Nach Fan-Randale im Derby Harte Strafe für Köln - kein Geisterspiel

Fans von Köln laufen nach dem Spiel bei Mönchengladbach auf den Platz. Fußball-Bundesligist 1. FC Köln muss drei seiner nächsten Heimspiele unter teilweisem Ausschluss der Öffentlichkeit austragen und außerdem eine Geldstrafe von 200 000 Euro zahlen. Foto: dpa

Die Derby-Randale einiger Chaoten kommt den 1. FC Köln teuer zu stehen. Der Super-GAU blieb dem Verein jedoch erspart.

 

München - Härter als erhofft, milder als befürchtet: Der 1. FC Köln ist für die Randale einiger Chaoten nach dem Derby am 14. Februar bei Borussia Mönchengladbach hart bestraft worden, kommt jedoch wohl zum letzten Mal um ein Geisterspiel herum. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verurteilte die Rheinländer am Donnerstag zu Zuschauer-Teilausschlüssen für drei Heimspiele und 200.000 Euro Geldstrafe, von denen 120.000 in infrastrukturelle und gewaltpräventive Projekte zu investieren sind. Zudem muss der Klub eine Reihe von Auflagen erfüllen.

"Die Strafe trifft den 1. FC Köln hart und ist finanziell wie organisatorisch für uns eine große Herausforderung", sagte Vereinspräsident Werner Spinner. "Wir sind dennoch erleichtert, dass der DFB die Fanarbeit des 1. FC Köln und die von uns nach dem Derby ergriffenen Maßnahmen anerkennt."

Für den FC ist dies in der Tat der letzte Warnschuss vor noch drastischeren Strafen: Sportdirektor Jörg Schmadtke hatte vorab von einer "existenzbedrohenden" Situation gesprochen, theoretisch wären sogar Punktabzüge oder der Zwangsabstieg möglich gewesen. So schlimm kam es erwartungsgemäß nicht.

Der Verein muss aber auf Geheiß des DFB Maßnahmen umsetzen, unter anderem darf er bis zum Saisonende ausschließlich personalisierte Eintrittskarten für Auswärtsspiele ausgeben. Der Zuschauerausschluss betrifft die Heimspiele gegen 1899 Hoffenheim (12. April), Bayer Leverkusen (26. April) und Schalke 04 (32. Spieltag/8. bis 10. Mai). Die "Stimmungsblöcke" S3 und S4 im Unterrang der Südtribüne (2800 Plätze) werden jeweils geschlossen bleiben, was den Klub insgesamt etwa weitere 200.000 Euro kosten wird. Die betroffenen 2500 Dauerkartenbesitzer werden von den Geißböcken entsprechend entschädigt.

Der DFB kam Köln bei dem Strafmaß entgegen und würdigte die schnelle Reaktion des Vereins auf die Ausschreitungen. "Selbstverständlich. Ohne die umfangreichen und vorbildlichen Maßnahmen des 1. FC Köln im Anschluss an die Vorfälle in Mönchengladbach wäre die Anordnung von zumindest einem 'Geisterspiel' sehr wahrscheinlich gewesen", sagte der Sportgerichts-Vorsitzende Hans E. Lorenz dfb.de.

Mit diesem Urteil honoriere der Verband "die Eigeninitiative des Vereins, von sich aus nachhaltige Sanktionen gegen die eigenen sogenannten Fans zu verhängen. Mit den Teilausschlüssen vermeiden wir, dass die große Menge der friedlichen Zuschauer unter dem Fehlverhalten Einzelner leidet", so Lorenz.

Etwa 30 FC-Chaoten in weißen Overalls hatten nach der Derbyniederlage in Mönchengladbach (0:1) am 14. Februar den Platz gestürmt. Es kam zu Jagdszenen auf dem Feld, Handgreiflichkeiten mit der Polizei und den Ordnungskräften. Zwei Randalierer wurden festgenommen, ein Polizist wurde verletzt.

Der 1. FC Köln entzog der Ultra-Gruppierung "Boyz" daraufhin den Fanklub-Status und schloss sie aus der AG Fankultur aus. Zudem sprach der FC 45 Stadionverbote aus, von denen inzwischen sechs wieder aufgehoben sind.

Die Kölner sind "Wiederholungstäter": Schon im Vorjahr waren sie auf Bewährung zu einem Teilausschluss der Fans in zwei Fällen verurteilt worden. Daher fiel die Strafe nun höher aus.

 

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