Nach Fan-Krawallen Grünwalder Stadion: Stadt verschärft Derby-Regeln

Der Grund für die härterer Verordnung: Fan-Krawalle beim Amateur-Derby im vergangenen August. Foto: imago

Nach den Krawallen beim letzten Spiel zwischen 1860 und den Bayern gelten rund um das Grünwalder Stadion künftig neue Verbote.

München - Sie schossen mit Leuchtraketen um sich, demolierten Marktstände und warfen mit Bierflaschen: Elke Fett, die Sprecherin der Händler auf dem Viktualienmarkt, ist immer noch völlig entsetzt, wenn sie von den Vorgängen rund um das Amateurderby zwischen 1860 und Bayern München erzählt. „Das war wirklich Krieg“, sagt sie.

 

Über ein halbes Jahr sind die Ausschreitungen von Bayern-Fans auf dem Viktualienmarkt nun her – sie beschäftigen die Stadt aber noch immer. Das nächste Mal am kommenden Dienstag, da geht es im Stadtrat um ein Konzept zur Bekämpfung marodierender Fußballfans. SPD-Fraktionschef Alexander Reissl hatte dieses wenige Tage nach dem Skandalspiel in Auftrag gegeben, um zu verhindern, dass sich ein derartiges Chaos noch einmal wiederholt.

Ein richtiges Anti-Hooligan-Konzept hat die Stadt zwar nicht entwickelt. Die Münchner Sicherheitsbehörden halten den bestehenden Maßnahmenkatalog für ausreichend, um die Probleme in den Griff zu bekommen. Als Reaktion auf die Fan-Krawalle wird die Stadt aber die Stadionverordnung für das Grünwalder Stadion verschärfen.

Der Wirkungskreis der Verordnung soll rund um das Stadion deutlich ausgeweitet werden, nämlich bis zu den umliegenden U-Bahnhöfen Silberhornstraße, Wettersteinplatz und Candidplatz.

Bei Risikospielen wie dem Amateurderby zwischen den Bayern und den Löwen werden in diesem Bereich von vier Stunden vor bis zwei Stunden nach dem Spiel diverse Verbote gelten: Keine Pyrotechnik, keine Glasflaschen beim Fanmarsch und natürlich keinerlei gewalttätiges Verhalten. Bei Zuwiderhandlung drohen künftig empfindliche Geldbußen. Für den Viktualienmarkt ist eine ähnliche Verordnung in Planung.

Im Nachgang der Randale haben sich Fan-Vertreter bei mehreren Gesprächen mit Sicherheitsbehörden und dem Bayerischen Fußballverband zwar wenig kooperationsbereit gezeigt, die Stadt geht trotzdem davon aus, dass es so schnell zu keinen neuen Ausschreitungen kommen wird.

Bereits am Ostermontag wird sich zeigen, ob die Stadt mit ihrer Vermutung recht hat. Da treten die Amateurmannschaften vom FC Bayern und 1860 München im Grünwalder Stadion zum Regionalliga-Rückspiel an.

Elke Fett hat sich den Termin im Kalender notiert. Ostermontag, natürlich ist ihr Laden auf dem Viktualienmarkt da eigentlich zu, aber so ein bisschen wird sie schon aufpassen. „So etwas wie im vergangenen August“, sagt sie, „das lassen wir nicht mehr zu.“

 

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