Nach "Dienstunfall" in Erding Tinnitus nach Sauna-Einsatz: Polizist zog vor Gericht

Die Hitze in einer Sauna ist einem Polizisten aus Erding nicht wohlbekommen. Foto: © Hotel Chasa Montana

Weil er seit einem Einsatz in der Sauna angeblich an einem Tinnitus leidet, klagte ein Polizist aus Erding vor Gericht. Er wollte die Behandlungskosten nach dem "Dienstunfall" erstattet haben.

 

München – Seit seiner Überhitzung bei einem Sauna-Einsatz und dem folgenden Gang durch die Kälte leidet ein Polizeibeamter aus Erding an Tinnitus. Vor dem Verwaltungsgericht München hat der Polizeihauptkommissar den Freistaat Bayern vergeblich auf Erstattung der Behandlungskosten für die Folgen des „Dienstunfalls“ verklagt. Die Beamtenrechtskammer wies die Klage am Dienstag ab.

Der Beamte wurde im Dezember 2010 zur Therme Erding gerufen, wo ein Besucher andere Gäste heimlich filmte. Drinnen herrschte Gluthitze, draußen Eiseskälte, der Hauptkommissar hatte am folgenden Tag ein Pfeifen im Ohr, das nie mehr ganz verschwand, verbunden mit Schwindelanfällen, Schlafstörungen und Vergesslichkeit. Im Mai 2012 legte der 53-Jährige mit seinem Antrag auf Kostenübernahme die Stellungnahme eines Naturheilkundlers vor: der Sauna-Einsatz sei die Ursache der festgestellten Innenohrschädigung, das dabei ausgelöste Temperatur-Trauma sei vergleichbar mit einem Knall-Trauma.

Spezialisten für Hals-Nasen-Ohren-Leiden ist ein Temperatur-Trauma unbekannt, und auch in der Medizin-Bibel "Pschyrembels Klinisches Wörterbuch" hat das Gericht es nicht gefunden, wie die Vorsitzende Rosa Schaffrath dem Kläger-Anwalt vorhielt: „Wir tun uns schwer, den damaligen Einsatz als ursächlich für die Beschwerden des Beamten zu sehen.“

 

2 Kommentare