Nach der Meisterschaft Bayern: Pep will pauken – täglich!

"Mein Ziel ist es, im Sommer jeden Tag Deutsch zu lernen." Sagt Bayern-Trainer Pep Guardiola. Foto: dpa

Guardiola merkt, dass seine Sprachkenntnisse zwar immer besser werden, aber oft noch nicht ausreichen. Deshalb büffelt er im Sommer weiter. Ob seine Spieler ihn verstehen? „Wir sind Meister“

 

München - Comprende? Si, die Spanier haben verstanden. Sie lernen Deutsch. Ein klarer Trend. Stellt ein Landsmann Pep Guardiola auf einer Pressekonferenz eine Frage, beginnt er auf Deutsch. Vorsichtig. Um ein paar erklärende Worte auf Spanisch hinzuzufügen. So auch am Freitag. Ein Reporter von „El Mundo“, ein Katalane, war so höflich, er versuchte es in gutem Deutsch. Und Guardiola, auch Katalane, antwortete auf Deutsch.

Ob sie sich komisch vorkommen? Die Fragen nach der Transfer-Sperre für den FC Barcelona oder einem möglichen Duell in der Champions League blockte Pep ab: „ Ich bin immer für meinen Verein, äh, für meinen ehemaligen Verein.“ Nur kein Missverständnis. „Ich konzentriere mich auf meine Arbeit.“ Eben. Erst die Titel, dann die Grammatik. Und so kam es am Freitag in der üblichen Mittags-Pressekonferenz vor dem Augsburg-Spiel (Samstag, 15.30 Uhr) zur großen Entschuldigung von Guardiola. Als er eine Frage nicht auf Anhieb verstand, ging er in die Offensive (Abteilung Charme): „Die deutsche Sprache ist nicht einfach für mich. Es tut mir leid. Aber mein Ziel ist es, im Sommer jeden Tag Deutsch zu lernen. Jeden Tag! Ich will mich verbessern.“ Und in der Sommerpause büffeln. Vorher müssen Spiele gewonnen werden. Geschichte wird gemacht.

Woher der plötzliche Ehrgeiz? Seit Saisonbeginn und seiner bemerkenswerten Antritts-Pressekonferenz Ende Juni 2013 hat sich Peps Deutsch nicht analog zum Spielstil der Bayern verbessert. Während seines Auszeitsjahres in New York beschäftigte er ab Januar 2013 eine Deutsch-Lehrerin (sie ist BVB-Fan!). In München lernte er Begriff lieben wie „Kontermannschaft“ oder „den Kopf freibekommen“. Pep liebt seine Doppel-Doppel-Adjektive wie bei „super-super Spieler“ oder „top-top-top Mannschaft“ (Triple-Adjektiv!).

Hin und wieder gleitet er ins Englische und spricht von „mistakes“, den Fehlern, und dass es eben „difficult“ sei. Very, very, very. Anfangs verfiel er auch in der Halbzeitpause ins Englische. Unter Stress, in der Hektik des Spiels. Vorbei. „Auch in der Kabine spreche ich immer Deutsch, ich versuche es. Ich denke, die Spieler verstehen mich.“ Ja, wirklich. So die Nachfrage am Freitag? Klappt das? Pep kontert cool: „Wir sind Deutscher Meister geworden. Also denke ich: ja.“

Einmal übersetzte er eine spanische Redensart direkt ins Deutsche und erntete Spott: „Champions League ist wie ein gutes Essen in einem schönen Restaurant. Bundesliga ist wie jeden Tag Pizza oder Hamburger.“ Als der Vergleich am Freitag erneut erwähnt wurde, meinte er: „No. No. No. Nicht nochmal.“ Pep: „Ich habe gelernt, ich muss mein Deutsch für die Pressekonferenzen verbessern.“

Um Fettnäpfchen zu umschiffen. „Vor einem Jahr wusste ich nicht mal, was ,Hallo!’ bedeutet“, sagt Pep. Und wer sich an Giovanni Trapattoni und sein Sprachwirrwarr erinnert („Flasche leer!) muss anerkennen: Passt scho’, Pep! Bueno!

 

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