Nach dem Sieg gegen Moskau FC Bayern richtet alle Augen auf Augsburg

Bastian Schweinsteiger (r.) freut sich über seinen ersten Startelfeinsatz in der laufenden Spielzeit Foto: Rauchensteiner / Augenklick

Nach dem Sieg gegen Moskau richteten die Spieler und Verantwortlichen des FC Bayern den Blick auf das Duell mit dem FC Augsburg.

 

München - Augsburg hier, Augsburg da, Augsburg überall. Über ZSKA Moskau und diesen relativ unbedeutenden Champions-League-Abend sprach hinterher nahezu keiner mehr. Nach Bayern Münchens standesgemäßem 3:0 (1:0) zum Abschluss der Gruppenphase stand neben der Achtelfinal-Auslosung am Montag auch für Bastian Schweinsteiger vor allem das Bundesliga-Spitzenspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky und im AZ-Liveticker) im Mittelpunkt.

"Augsburg", sagte Schweinsteiger über den schwäbischen Sensationsdritten, "Augsburg hat sich super entwickelt. Sie stehen verdient auf dieser Position, das wird nicht einfach für uns." Schwieriger jedenfalls, als der Spaziergang gegen die Russen, der immerhin dem Nationalmannschaftskapitän dessen ersten 90-Minuten-Einsatz seit der WM bescherte.

"Es ist schön, ihn wieder auf dem Platz zu sehen. Trotzdem man muss ihm noch ein bisschen Zeit geben", sagte Torwart Manuel Neuer. "Vor sieben Monaten habe ich in der Allianz Arena zum letzten Mal von Beginn an gespielt", ergänzte Schweinsteiger. Und sein Spiel wirkte beinahe, als habe es die lange Zeit dazwischen gar nicht gegeben. Auf die Frage, ob er denn nun auch beim FC Augsburg mit einem Einsatz in der Startelf rechne, reagierte der 30-Jährige mit einem Lächeln.

"Mal sehen", sagte Schweinsteiger, und man darf davon ausgehen, dass er richtig Bock darauf hätte. Denn dieses Spiel in Augsburg hat wesentlich mehr Reiz als die Pflichtübung am Mittwoch. "Das wird toll für die Region", sagte Jérôme Boateng. Mehr Reiz als das letzte Gruppenspiel versprechen auch die ersten K-o.-Duelle in der Königsklasse im Februar und März 2015, bevor zumindest nach dem Plan der Bayern "die ganz großen Spiele kommen", wie Schweinsteiger sagte.

Der Achtelfinal-Gegner ist erst einmal ziemlich egal. "Es ist uns relativ wurscht, wen wir kriegen - auch wenn's nicht unbedingt Paris sein muss", sagte der Ex-Frankfurter Sebastian Rode, der offenkundig inzwischen nicht nur auf dem Platz, sondern auch nebenan die Bayern-Attitüde "Mia san mia" verinnerlicht hat.

Neben Paris St. Germain könnten den Münchnern noch Juventus Turin, der FC Arsenal, der FC Basel oder Schachtjor Donezk begegnen. Schweinsteiger stellte die wohl zutreffende Vermutung an, "dass keiner jetzt so gerne gegen uns spielt". Offensichtlich ging das auch Moskau so, denn es fiel der Mannschaft von Trainer Pep Guardiola relativ leicht, die Tore von Thomas Müller (18., Foulelfmeter), Rode (84.) und Mario Götze (90.) zu erzielen.

Doch zurück zu Augsburg, die sich in einem "Flow" befinden, wie Arjen Robben meint. Deren Erfolgsgeschichte kommt 86 Kilometer weiter entfernt ausgesprochen positiv an. "Dass sie da oben stehen, freut mich unglaublich, auch wenn ich nicht glaube, dass es bis zum Ende so bleibt", sagte beispielsweise Schweinsteiger und bezeichnete die Arbeit von deren Trainer Markus Weinzierl als "unglaublich. Die Spieler agieren taktisch auf sehr hohem Niveau, verhalten sich sehr clever".

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Bei aller Bewunderung aber kommt der Rekordmeister natürlich nicht für Liebkosungen in die Fuggerstadt. Es gilt schließlich, die Herbstmeisterschaft vorzeitig zu sichern. Und sicherlich schwirrt auch das 0:1 aus dem Frühjahr noch ein wenig im Bayern-Hinterkopf herum. Immerhin beendete der FCA damals eine Serie von 53 Spielen ohne Niederlage. "Man gönnt ja den vermeintlich Kleineren immer ein bisschen mehr", sagte Müller, "aber am Samstag leider nicht."

 

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