Nach dem 200-Millionen-Euro-Neubau Stau im OP-Zentrum: Der Meniskus muss warten

Professor Karl-Walter Jauch, der Ärztliche Direktor des Klinikums, bei der Eröffnung des OPZ. Foto: Daniel von Loeper

Weil Sterilgut fehlt, kommt es im neuen OP-Zentrum am Klinikum Großhadern noch bis Jahresende zu Patienten-Staus.

 

Großhadern - Im September hat am Klinikum Großhadern das neue OP-Zentrum eröffnet. Sechs Jahre lang haben die Bauarbeiten gedauert und insgesamt fast 200 Millionen Euro gekostet. Doch richtig rund läuft es in dem hochmodernen Hightech-Trakt bislang noch nicht.

In den vergangenen Wochen kam es in dem neuen Operationszentrum immer wieder zu Patienten-Staus. Weil das Sterilgut teilweise ausging, mussten einfache Eingriffe wie Meniskus- oder Leistenbruch-OPs um ein paar Stunden verschoben oder gar auf einen anderen Tag verlegt werden. Bis Ende des Jahres will das Klinikum die Probleme in den Griff bekommen.

Zu den Verzögerungen im OP-Betrieb kommt es, weil am Klinikum Großhadern mit der Eröffnung des Operationszentrums auch einige Arbeitsabläufe umgestellt wurden. So wird das Sterilgut nun anders als früher in einer zentralen Abteilung aufbereitet. Die Technik dort sei neu, noch nicht alle Mitarbeiter seien am System geschult, sagt Kliniksprecher Philipp Kreßirer. Deswegen sei es bei der Bereitstellung von Sterilgut zuletzt teilweise zu Engpässen gekommen.

Dem Klinikum zufolge kommen die Probleme nicht überraschend. Damit sich die Abläufe leichter einspielen können, sind im neuen Operationszentrum vorerst auch nur 25 der 32 OP-Säle in Betrieb genommen worden. „Und wenn es nicht anders ging, haben wir eine OP eben auch mal um ein, zwei Stunden verschoben“, so Kreßirer.

Das Klinikum Großhadern hat nun externe Experten damit beauftragt, die Abläufe zu verbessern. Im ersten Quartal 2015 sollen dann zwei weitere OPs in Betrieb genommen werden. Das Klinikum verfügt dann wieder über 27 OP-Säle, so viele wie vor dem Bau des Operationszentrums.

Die restlichen fünf Säle werden dann in den kommenden Jahren nach und nach mitgenutzt. In dieser Zeit ziehen mehrere Abteilungen, so etwa die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie oder die Kinderchirurgie, sukzessive aus der Innenstadt raus nach Großhadern.   

 

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