Nach Beschlagnahmung Oberprex: Bekommen die Neonazis das Dorfwirtshaus zurück?

Polizeibeamte sichern 2014 den ehemaligen Gasthof in Oberprex. Foto: David Ebener/dpa

Vor sechs Jahren haben die Behörden das Wirtshaus beschlagnahmt. Nun beschäftigt der Fall den Verwaltungsgerichtshof.

 

Oberprex/Hof - Vom beschaulichen Wirtshaus zu einer zentralen Anlaufstelle für Neonazis: Vor sechs Jahren wurde das Haus in Oberprex (Kreis Hof) von den Behörden beschlagnahmt. Muss es jetzt wieder zurückgegeben werden? Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat sich gestern mit dieser Frage beschäftigt, eine Entscheidung gibt es aber noch nicht. In erster Instanz vor dem Verwaltungsgericht in Bayreuth hat die Besitzerin verloren.

Die Immobilie gehört der Mutter von Tony Gentsch, einem Mann aus dem Führungskader der verbotenen Neonazi-Gruppe "Freies Netz Süd". Nach Einschätzung des Landeskriminalamts sollte damit aber lediglich die Nutzung als rechtsextremistischer Szene-Treffpunkt verschleiert werden.

Bekannter Gast: Martin Wiese

Vor der Beschlagnahmung des Hauses, die 2014 in Zusammenhang mit dem Verbot der Neonazigruppierung "Freies Netz Süd" erfolgte, fanden regelmäßige "Kameradschaftsabende" und Schulungen statt. Zu den Gästen zählte zum Beispiel auch Martin Wiese, der wegen eines geplanten Sprengstoffanschlags auf das Jüdische Zentrum in München in Haft saß.

Von dem Wirtshaus der 200-Seelen-Gemeinde aus wurde auch der Online-Shop "Final Resistance" als Gesellschaft des bürgerlichen Rechts betrieben, eingetragen beim Finanzamt Hof. Betreiber des Shops, der etwa T-Shirts mit der Aufschrift "I love NS" anbot, war zum einen Tony Gentsch, zum anderen Matthias Fischer aus Fürth. Sein Name und seine Kontaktdaten tauchten auch in der Telefonliste der NSU-Serienmörder auf.

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