Nach Aufstieg in die Dritte Liga TSV 1860: Nächster Löwen-Gegner bekommt Millionen für sein Stadion

, aktualisiert am 03.06.2019 - 19:48 Uhr
Stimmungsvoll: das Grünwalder Stadion in Giesing. Foto: imago/MIS

Bei Waldhof Mannheim ist die Euphorie nach dem Aufstieg in die Dritte Liga riesig. Die Stadt investiert Millionen ins Stadion - während beim TSV 1860 in Giesing weiter alles offen ist. 

 

München/Mannheim - 2,87 Millionen Euro sind im schnelllebigen Fußballgeschäft nicht die Welt. Aber es ist genug, um in der Dritten Liga etwas voranzubringen.

Waldhof Mannheim erstmals in der 3. Liga

In diesem Fall für Waldhof Mannheim, Aufsteiger aus der Regionalliga Südwest. 2003 stiegen die Kurpfälzer aus der 2. Bundesliga ab - und mussten wegen einer Insolvenz direkt runter in die Oberliga Baden-Württemberg. Lange und beschwerlich war der Weg zurück in den Profifußball, auch dank Ex-Löwen-Profi und Waldhof-Trainer Bernhard Trares qualifizierten sich die Badener nun erstmals für die Dritte Liga.

Prompter Absturz bis in den Amateurfußball, fußballerische Wiederauferstehung, euphorischer Aufstieg - es gibt Parallelen zwischen den "Buwe" (Buben, d. Red.), wie die Waldhöfer von ihren Fans gerufen werden, und den Münchner Löwen. In der Stadionfrage sind aber auch die Mannheimer weiter als die Sechzger - wie mancher Klub in der wirtschaftlich schwierigen 3. Liga.  

Wenn man die Statements des Mannheimer Rathauses in den vergangenen Wochen verfolgt, ist die Begeisterung über die Rückkehr in den Profifußball regelrecht greifbar. "Die Bereitstellung der Infrastruktur ist Aufgabe der Stadt, der Spielbetrieb Sache des SV Waldhof", erklärte unlängst Sportbürgermeister Lothar Quast: "Es wird mit Hochdruck gearbeitet, auch sonntags. Wir freuen uns sehr über die Rückkehr in den Profifußball."

2,87 Millionen Euro für die Dritte Liga

Um alle Lizenzauflagen zu erfüllen, saniert die Stadt ihrem Klub im Eilverfahren das altehrwürdige Carl-Benz-Stadion, das mehr als 24.000 Zuschauern Platz bietet.

2,4 Millionen Euro werden in einem ersten Bauabschnitt investiert. Im Juli wird der Gemeinderat laut "Mannheimer Echo" zudem die Installation einer Rasenheizung für 470.000 Euro beschließen. Zum ersten Bauabschnitt gehören demnach rund 1,4 Millionen Euro für einen komplett neuen Rasen samt Vorarbeiten für die Rasenheizung. 160.000 Euro gehen in die Modernisierung der Flutlichtanlage, 284.000 Euro in die Beschallungstechnik - und satte 560.000 Euro in die Installation einer neuen, modernen Videoüberwachung.

Der Verein selbst ließ in den vergangenen Monaten bereits einen "VIP-Turm" bauen.

Die Kapazität, mit das größte Problem bei den Löwen in Giesing, bleibt in Mannheim bestehen. Der Zuschauerschnitt lag laut Fußballportal "fupa.net" bei knapp über 6.500 Fans. Wobei zum Meisterschaftsspiel gegen Wormatia Worms mehr als 14.400 Zuschauer ins Carl-Benz-Stadion strömten, und auch im bedeutungslosen letzten Saisonspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 II waren mehr als 10.000 Zuschauer da.

Grünwalder Stadion - weiter ungelöste Frage

Auch ins Grünwalder Stadion war vergangenen Sommer investiert worden, rund 1,5 Millionen Euro für eine neue Beschallungsanlage, einen Lärmschutz an der Ostkurve sowie in Wellenbrecher und Treppenaufgänge in der Westkurve. Aktuell läuft die Machbarkeitsstudie der Stadt über einen möglichen Ausbau - ein Ergebnis wird in den nächsten Wochen erwartet. Einen Aus- oder Umbau würde es aber wohl erst zur Saison 2020/21 geben. In Mannheim werden dagegen schnellstmöglich Fakten geschaffen.

Wie vielerorts in der Dritten Liga. Bei Sechzig dagegen ist auch in dieser Frage alles offen.

Stadionbaumaßnahmen in der 3. Liga im Vergleich:

  • Karlsruher SC, Aufsteiger in die 2. Liga: Kompletter Neubau des Wildparkstadions in eine reine Fußball-Arena für 34.300 Zuschauer. Veranschlagte Kosten: 123 Millionen Euro 
  • Wehen Wiesbaden, Aufsteiger in die 2. Liga: Aus- und Neubau der Westtribüne, Kapazitätserweiterung von 12.500 auf 15.000 Zuschauer. Geschätzte Kosten: 8 bis 9 Millionen Euro
  • Preußen Münster: aufwändiger Umbau und Modernisierung des Preußenstadions samt Infrastruktur und NLZ. Veranschlagte Kosten: 40,25 Millionen Euro
  • SpVgg Unterhaching: abgeschlossene Sanierungsarbeiten in der Osttribüne, neue Sitzschalen auf der Haupttribüne. Geschätzte Kosten: Jeweils im unteren sechsstelligen Bereich. Diskutiert wird mit der Gemeinde zudem über eine Generalmodernisierung des Sportparks. Geschätzte Kosten: zehn Millionen Euro
  • TSV 1860: abgeschlossene Modernisierungsarbeiten in Ost- und Westkurve sowie an der Sprechanlage. Kosten: 1,5 Millionen Euro. Laufende Machbarkeitsstudie über einen Ausbau auf 18.600, 25.000 oder 30.000 Zuschauer. 

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