Nach 60 Jahren München: Kräuter Kühne am Alten Peter schließt

Daniel von Loeper
Gleich am Alten Peter: Das Geschäft mit dem gelben Schild war Kräuter Kühne. Am 30. September ist Schluss. Foto: Daniel von Loeper

Das Traditionsgeschäft "Kräuter Kühne" schließt nach über 60 Jahren alle bestehenden Geschäfte, darunter auch das am Alten Peter.

 

AltstadtOrthosiphonblätter, Ruprechtskraut und Teufelskrallenwurzel – es gibt kaum ein Heilkraut, das sich nicht in den blassgrünen Schachteln der Verkaufstheke von "Kräuter Kühne" finden lässt. Die oft nur schwer erhältlichen Naturheilmittel und das umfangreiche Sortiment machen das Kräuterhaus zu einem beliebten Geschäft.

"Kräuter Kühne": Münchner Traditionsgeschäft schließt

Doch jetzt steht groß an der Eingangstüre: "Wir schließen. Alle Gutscheine müssen sofort eingelöst werden!" Das Ende.

Im Laden verkauft Gabriele Liebau (69). Sie erzählt der AZ: "Ich bin seit über 35 Jahren dabei. Ich habe so nette und liebe Stammkunden gehabt, die als Kinder kamen und noch heute kommen." Es sei auch für sie eine schwierige Situation. "Ich habe die Hälfte von meinem Leben dort verbracht – mehr Zeit als daheim. Ich habe noch eine Kollegin, die bereits einen neuen Job hat."

Auch die Kunden sind traurig. "Es geht schon wieder ein Stück München flöten", sagt einer. Der Laden müsse raus, weil Kräuter Kühne verkauft worden sei.

Neuer Eigentümer schließt das Laden-Geschäft

Nachdem schon die Haidhauser Filiale vor einigen Jahren den Betrieb einstellen musste, schließt nun in wenigen Tagen, am 30. September, auch die Filiale in der Nähe des Viktualienmarkts.

Das Geschäft, das erst vor zwei Jahren von Dermapharm übernommen worden war, würde sich nicht mehr langfristig lohnen, heißt es vonseiten des Unternehmens. Eine traurige Nachricht, von der die Stammkunden alles andere als begeistert sind.

"Es war immer eine super Beratung", schwärmt ein Kunde. "Und das zu einem günstigen Preis." Er war oft mit seiner Hündin Skylar in dem Laden. Die Schließung findet der Münchner "sehr schade".

Viele Waren auch online nicht verfügbar

Das Aus des Ladens ist für viele ein echter Verlust. Wo sonst gelangt man an qualitätsgeprüfte Silberlindenblüten? Wer es nicht spontan weiß: Sie sind ein gutes Mittel gegen grippale Infekte. Wer nicht auf diese Produkte verzichten will, muss sich künftig anders behelfen, bis auf wenige Waren, wie zum Beispiel China-Öl, werden die Kräuter, Tees und Tinkturen auch online nicht mehr verfügbar sein.

"Wir danken Ihnen für die jahrelange Treue. Leider müssen wir Sie darüber in Kenntnis setzen, dass wir aufgrund eines stark erhöhten Bestellaufkommens nicht mehr in der Lage sind, weitere Bestellungen anzunehmen. Die vorliegenden Bestellungen werden bis zum 30. September ausgeliefert", heißt es auf der Internet-Seite des Traditionsgeschäfts.

Und was wird aus dem kleinen Laden am Alten Peter? Das weiß man noch nicht. Aber eins ist klar: So einfach wie hier gelangt man in München nicht mehr an Orthosiphonblätter.

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