Mutige Zeugen überwältigten ihn "Ich puste Euch alle weg": Prozess gegen psychisch kranken Tram-Randalierer

Norbert P. und seine Freundin überwältigten den psychisch kranken Mann. Foto: Gregor Feindt/jot

Landgericht: Ein seelisch kranker Mann (37) greift einen Fahrgast (52) an und wird von couragierten Zeugen überwältigt.

 

München - Als Held sieht sich Norbert P. nicht. Er habe nur seine "Bürgerpflicht" erfüllt, als er und seine Freundin einen psychisch kranken Mann zu Boden rangen, sagt der 52-Jährige im AZ -Gespräch. Mehr nicht. Der Randalierer Ihsan K. (37) soll nun in der Psychiatrie untergebracht werden. Am Dienstag startete der Prozess.

Das war geschehen: Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin war der Justizbeamte am 14. Dezember 2016 gegen 11:40 Uhr in der Tramlinie 19 vom Ostbahnhof in Richtung Hauptbahnhof unterwegs. Ab der Theatinerstraße berichtet Norbert P. im Zeugenstand, habe es im hinteren Teil der Tram Randale gegeben. Ein Mann schrie, bedrohte und beleidigte die Fahrgäste: "Ich puste Euch alle weg", "Ihr Kakerlaken" oder "Verpisst Euch aus der Tram, ich knall' Euch alle ab."

"Ich habe an den Amokläufer vom OEZ denken müssen", erinnert sich der 52-Jährige. So wie ihm erging es auch anderen in der Tram. Angst machte sich breit. Eine Mutter sagte, dass sie um ihr Kind fürchte.

JVA-Angestellter und Polizistin überwältigen den Täter

Tatsächlich griff der laut Antragsschrift zum Zeitpunkt des Angriffs an paranoider Schizophrenie leidende Mann kurz darauf Norbert P. an. Er griff seinem Opfer an den Hals und drückte zu.

Wie sich schnell herausstellte, hatte er sich die Falschen ausgesucht. Denn nicht nur, dass Norbert P. in der JVA Stadelheim seinen Dienst tut, nein, seine Lebensgefährtin verdient als Polizistin ihr Brot. Während ihr Freund mit dem Angreifer rang, trat Ihsan K. nach ihr. Verletzt wurde sie nicht. Bei Norbert P. waren aber die Würgemale deutlich zu erkennen.

Mit vereinten Kräften rang das mutige Paar den 37-Jährigen zu Boden und fixierte ihn. Die Tram hielt derweil vor dem Justizpalast an, die von anderen Fahrgästen alarmierte Polizei nahm sich der Sache an.

 

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