Muslime suchen Alternative Münchner Moscheen wegen Überfüllung geschlossen

Muslime beten im Gebetsraum einer Moschee. Foto: Daniel Naupold/Archiv/dpa

Münchens Muslime suchen verzweifelt nach einem Ort für ihr Freitagsgebet: In der Altstadt und im südlichen Bahnhofsviertel gibt es mittlerweile keine Moschee mehr.

 

München – Der letzte Gebetsraum war kürzlich wegen Überfüllung geschlossen worden - Brandschutzvorschriften hätten nicht mehr eingehalten werden können. Nun suchen Münchens Muslime in der Innenstadt nach Alternativen für ihr Freitagsgebet. Zunächst hatten sie im Michaelssaal der Jesuiten (AZ berichtete) Unterschlupf gefunden. "Das Freitagsgebet ist für uns, wie sonntags in die Kirche gehen", sagte Jurastudent Medin Mujakic (21) zur AZ. Fürs nächste Freitagsgebet in der Innenstadt hatten die Kammerspiele einen Raum bereitgestellt.

Wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet, sucht das Münchner Forum für Islam nun für die restlichen vier Wochen des Ramadans ein festes Quartier im Stadtzentrum. "Wir brauchen nicht viel, nur einen Raum immer am Freitag für etwa zwei Stunden, und wir bezahlen auch Miete", sagte Vorstandsmitglied Erkan İnan, der auch im Münchner Migrationsbeirat sitzt, der SZ.

Muslime hoffen auf Hilfe durch Stadtverwaltung

Der Grund für die Schließungen im  Münchner Stadtzentrum sind enorm angestiegenen Besucherzahlen, die unter anderem mit dem Zuzug vieler Asylsuchenden zu erklären sind. Zuletzt wurde wieder die Forderung nach einem Islamzentrum laut - auch vor rund eineinhalb Wochen, als sich Muslime am Marienplatz zu einer Protestaktion trafen, die jedoch kurzfristig wegen Gewaltandrohungen vom Veranstalter wieder abgesagt worden war.

In dem Aufruf zur Demo hatte es geheißen, man bitte Stadt und Oberbürgermeister um Unterstützung. Das tat auch Imam Benjamin Idriz, dessen Projekt eines repräsentativen Islamzentrums 2016 am fehlenden Geld gescheitert war. "Viele Menschen, die schon lange im Stadtzentrum arbeiten, waren gewöhnt, kurz zum Gebet und dann zurück zur Arbeit zu gehen", sagte Idriz im Gespräch mit der AZ. Er hoffe, dass die Stadt kurzfristig mit Räumen helfen könnte. "Aber das Problem löst man so nicht", sagte Idriz. "Wir wollen noch einmal das Gespräch mit der Stadt suchen, um noch Wege zu finden, das Islamzentrum doch zu realisieren."

 

16 Kommentare