Muskelfleisch statt Tatar Starköchin Poletto spricht für die Hunde

Die Hamburger Spitzenköchin Cornelia Poletto mit Mini-Aussie Juno auf einer Parkbank in Nymphenburg. Ihre eigenen Hunde Franz und Rosi ließ sie für den Tagestrip nach München zuhause. Foto: dpa

Muskelfleisch, Lunge, Pansen und Wurzelgemüse im Fressnapf: Cornelia Poletto ist die neue „Botschafterin des Hundes“ – auch wenn sie eine gewisse Sorte Vierbeiner schlimm findet.

München - Auch wenn ihr Frauchen eine Starköchin ist: Dackelmix Franz (4) und Jack Russell-Dame Rosi (12) bekommen kein Tatar vom Rinderfilet. „Da ist die Grenze überschritten“, sagt Cornelia Poletto (41), die einst bei Heinz Winkler ihre Ausbildung gemacht hat. Ihre Hunde bekommen frisches Muskelfleisch, Lunge, Pansen und Wurzelgemüse in den Fressnapf.

 

Die bodenständige Hamburgerin ist nach Nina Ruge und Erol Sander die diesjährige „Botschafterin des Hundes“, eine Rolle, die der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) vergibt. Dafür kam Cornelia Poletto gestern nach München. „Ich kann mir ein Leben ohne Hunde nicht mehr vorstellen,“ sagt die Spitzenköchin.

Sie joggt und reitet mit ihnen, vormittags nimmt sie sie mit ins Büro ihres Restaurants. Bereits ihre Großeltern besaßen eine Dogge und einen Schäferhund. Cornelia Polettos Tochter Paola (11) wächst nun ebenfalls mit Hunden auf. Franz kommt aus dem Tierheim. „Hunde sind tolle Freunde und Begleiter“, sagt sein Frauchen. Als Botschafterin will Cornelia Poletto etwas von der Freude vermitteln – aber auch von der Verantwortung: „Nichts ist schlimmer, als ein unerzogener Hund.“

Am 9. Juni ist der „Tag des Hundes“, bundesweit finden 380 Veranstaltungen statt (Übersicht unter: www.tag-des-hundes.de).

„Wir wollen Menschen und Hunde zusammenbringen“, sagte Udo Kopernik vom VDH. „Weit über 80 Prozent aller Nichthundehalter sagen, dass Hunde toll sind“, sagt er. „Der Nichthundehalter mag den Hund eigentlich, er hat nur ein Problem mit dem Hundehalter.“ Nämlich dann, wenn dieser allzu vehement seinen Wauwau verteidige.

Hundetrainer Martin Rütter meint dazu: „Die Gehorsamerwartung von Nichthundehaltern ist sehr ausgeprägt. Unsere Aufgabe muss es sein, Hundehalter so mit Wissen zu überschütten, dass Hunde gesellschaftsfähig sind“. Und sich Nichthundehalter durch Hunde nicht belästigt fühlen.
Allerdings wünscht Rütter sich ab und zu auch etwas weniger Hysterie – und mehr Toleranz.

 

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