"Musik auf die moderne Art" Spotify, Napster und Co: Musik-Streaming-Dienste im Vergleich

Radiohead-Sänger Thom Yorke mag Streaming nicht Foto: Jack Plunkett/Invision/AP

Apple will womöglich die Kopfhörer-Firma Beats Electronics aufkaufen, und Experten glauben, das Unternehmen mit dem Apfel sei vor allem am Streaming-Angebot Beats Music interessiert. Gut möglich, denn die Branche boomt. Aber wie schlagen sich die aktuellen Streaming-Anbieter Spotify, Napster und Rdio im Vergleich?

 

Cupertino – Stolze 3,2 Milliarden Dollar will Apple angeblich für das Unternehmen Beats Electronics ausgeben, das besonders für seine modischen aber teuren Kopfhörer bekannt ist. Musik-Analyst Bob Lefsetz glaubt allerdings, dass es der Firma mit dem Apfel vor allem um den Streaming-Dienst Beats Music geht, der im Januar 2014 als Konkurrenz für Spotify und Co. gestartet ist. Denn eines ist klar: Über Youtube Musik hören und MP3-Downloads sind out - Streaming liegt im Trend. Aber was genau bieten Dienste wie Napster, Rdio und Spotify im Direkt-Vergleich?

Was ist Musik-Streaming überhaupt?

Streaming ist "Musik auf die moderne Art", wie Anbieter Rdio den englischen Begriff "music streaming" beschreibt. Gegen eine monatliche Gebühr erstehen Nutzer das Recht, Musik online anzuhören und teils sogar herunterzuladen. Das ist vollkommen legal und ermöglicht es gerade Vielhörern, nonstop Musik zu lauschen, ohne sich ein Album kaufen zu müssen - eine Musik-Flatrate sozusagen. Alle aufgeführten Anbieter stellen zudem eine App zur Verfügung, mit der man seine Lieblingsbands auch unterwegs immer dabei hat.

Die Apps

Die passenden Smartphone-Programme von Spotify, Napster und Rdio unterscheiden sich bis auf wenige Merkmale eigentlich nur kosmetisch voneinander. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sind sowohl die normalen Webauftritte als auch die Apps flüssig und ohne großen Aufwand navigierbar. Die Rdio- und Napster-Apps unterstützen nach jeweiligen Updates mittlerweile sogar Googles Streaming-Stick Chromecast. So lässt sich die eigene Lieblingsmusik auf einfachem Wege auch über den heimischen Fernseher abspielen.

Song-Auswahl

Es gibt fast nichts, was es auf den meisten modernen Musik-Streaming-Plattformen in Sachen Titelauswahl nicht gibt - egal ob man amerikanischen Mathcore von Iwrestledabearonce, schwedischen Hip-Hop von Looptroop oder deutschen Schlager von Helene Fischer (29, "Farbenspiel") sucht. Vom "Untergrund" bis zu den Musik-Charts ist also alles vertreten. Spotify und Napster bieten laut eigenen Angaben jeweils insgesamt über 20 Millionen Songs an, Rdio knackt angeblich sogar die 25 Millionen Marke. In Sachen Angebotsvielfalt zeigen sich alle Anbieter grundsätzlich in einem positiven Licht.

Aber es gibt auch Ausnahmen: Manch bekannten Künstler gibt es bei keinem der Anbieter zu hören - aus verschiedensten Gründen. Thom Yorke (45), Sänger der Band Radiohead, ließ seine Solo-Lieder und die seiner Zweitband Atoms for Peace im Sommer 2013 aus dem Katalog von Spotify streichen; auch bei den Streaming-Wettbewerbern sind die Werke momentan nicht zu finden. Die Kult-Rocker von AC/DC verkündeten mehrfach, dass es ihre Alben niemals offiziell als Download geben werde. Das ist so zwar nicht mehr richtig, da "Ballbreaker" und andere Klassiker mittlerweile bei iTunes erhältlich sind. In Sachen Music-Stream wehren sich die australischen Hardrocker aber immer noch vehement.

Sound-Qualität

Audiophile Menschen dürften beim Gedanken an Streaming-Dienste die Nase rümpfen, doch für Otto-Normal-Hörer ist das vollkommen unangebracht. Von gewohnter CD-Qualität können Durchschnittsnutzer die gestreamten Lieder mit Sicherheit nicht unterscheiden. Besonders nicht bei Spotify. Dort wird bei entsprechender Einstellung mit bis zu 320 kbps übertragen - also mit besserer Qualität als bei einem durchschnittlichen Musik-Download. Napster und Rdio übertragen bei maximal 192 kbps, was aber nur extrem anspruchsvolle Naturen stören sollte. Lade- und Wartezeiten gibt es bei einer entsprechenden High-Speed-Internetverbindung so gut wie nicht - egal bei welchem der Dienste.

Kosten

Auch die Geschäftsmodelle der Streaming-Anbieter ähneln sich. Spotify bietet einen "Free"-Service an, der es ermöglicht, kostenlos Musik zu hören. Dafür muss der User mit Einschränkungen beim Funktionsumfang und mit Werbeeinblendungen leben. Lieder oder ganze Alben herunterladen und offline anhören können zum Beispiel nur Kunden mit sogenanntem "Premium"-Account, der mit 9,99 Euro pro Monat zu Buche schlägt. Die Werbung fällt dann natürlich weg.

Rdio kostet ebenfalls 9,99 Euro pro Monat, bietet aber auch zusätzliche Familien-Optionen an - mehr dazu auf der Webseite. Napsters Dienst kann in zwei Modi bezogen werden: als "Music-Flatrate" und als "Music-Flatrate + Mobile". Wie der Name schon verrät, können Nutzer des ersten Pakets nicht per Smartphone-App auf die Musik zugreifen. Die Flatrates sind für 7,95 Euro respektive 9,95 Euro pro Monat erhältlich.

Fazit

Auch wenn Spotify im Vergleich die Nase leicht vorne zu haben schein, so sollten Sie nicht von vornherein Napster und Rdio abschreiben. Ein eigener Test der Anbieter ist am empfehlenswertesten, besonders da alle der aufgeführten Streaming-Dienste kostenlose Premium-Mitgliedschaften zwischen rund zwei Wochen und einem Monat anbieten. So kann man in Ruhe das musikalische Angebot der Dienste und deren Apps auskundschaften. Hier jeweils ein Link zu den entsprechenden Angeboten:

Spotify, kostenlos (mit Werbung) oder im Premium-Paket für 9,99 Euro pro Monat (30 Tage gratis)

Rdio, 14 Tage gratis, danach 9,99 Euro pro Monat

Napster, 30 Tage gratis, dann je nach Paket maximal 9,95 Euro pro Monat

 

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