Musical neu besetzt Abbamania in München: Rückkehr der Zeitlosen

Wenn eine Generation von Abba-Darstellern an die nächste übergibt, dann wird nach 22 Jahre ein Abbamania-Kapitel geschlossen, die Show aber geht natürlich weiter. Foto: Kai Heimberg

Abba kündigen ein Comeback an, während sich bei "Abbamania" die Lieblinge von der Bühne verabschieden.

München - In diesem Jahr geriet der Abba-Fan (und wer ist das nicht?) regelmäßig in Schnappatmung wegen der vielen Neuigkeiten: Im Frühjahr verkündeten die Abbas, dass sie nach 35 Jahren wieder zusammen im Studio waren und zwei neue Songs aufgenommen haben.

Im Sommer kam "Mamma Mia – Here We Go Again" ins Kino und spielte weltweit knapp 400 Millionen Dollar ein. Um Weihnachten wird jetzt der erste neue Song "Don’t Shut Me Down" in einem Tribute-TV-Spezial präsentiert. Dann, 2019, gehen Avatare in einer 1972-Abba-Version auf Welt-Tournee.

Denn mit dem britischen Musik- und Fernsehproduzenten Simon Fuller basteln die schwedischen Popmusiker an einer Show, die von ihren Avataren bestritten werden wird – dreidimensionalen, digitalen Projektionen. Hologramme mit Live-Band, Lichtshow, echten Tänzern. Und natürlich gibt es auch wieder ein Konzert, das sich längst zum Klassiker entwickelt hat: "Abbamania – The Show" gastiert wieder in München – aber mit neuer Besetzung.

Abba-Historiker Carl Magnus Palm über ein Comeback 

Auch das ist für viele Abba-Fans ein Thema, waren doch Katja Nord und Camilla Dahlin seit 22 Jahren die liebsten und erfolgreichsten Agnetha und Anni-Frid Doubles. Wer Abba in den letzten Jahrzehnten live erleben wollte, ging zu "Abbamania". Hatten sich Nord und Dahlin doch 1996 von der Produktionsfirma von Benny und Björn die Erlaubnis geholt, ihre Abba-Cover-Band Waterloo zu gründen.

Einen Wermutstropfen in so viel Abba-Euphorie gibt es doch: Die Hoffnung, dass die wirklichen Abbas doch noch einmal zusammen auf einer Bühne performen werden, zerschlägt der Abba-Historiker Carl Magnus Palm. "Die Frauen haben das Interesse daran verloren, öffentliche Figuren zu sein."

Carl Magnus Palm weiß aber, dass bei einem neuen Song Anni-Frid und bei einem neuen Song Agnetha die Leadvocals singt. "Zusammen ergeben die beiden Frauen eine Art fünfte Abba-Stimme", sagt Palm, der von "Happy-Sad-Songs" spricht, also fröhliche Lieder, in denen Traurigkeit mitschwingt. Gehört hat selbst er die neuen Songs noch nicht: Es gilt die höchste Geheimhaltungsstufe. Aber: "Früher haben die Abbas im Halbjahrestakt einen neuen Song veröffentlicht. Nach 34 Jahren können diese beiden Singles den Erwartungen nicht gerecht werden."

Abbamania: Frisches Blut aus der zweiten Reihe

Zurück zu zwei Frauen, die sich nach 22 Jahren eine neue Frisur machen lassen wollen und sich mehr als Björn und Benny denn als Agnetha und Frida sehen. "Wir arbeiten bei 'Abbamania' viel im Hintergrund und sind auch die Producer", sagt Camilla Dahlin, die als Agnetha bei Abbamania gesungen und performt hat.

Jetzt wollen sich die zwei Frauen von der Bühne zurückziehen und künftig mehr an der Show arbeiten. Mit Sängerinnen aus ihrer Band haben sie zwei würdige Nachfolgerinnen gefunden. Wobei auch die "alten Doubles" nicht ausschließen, dass sie irgendwann wieder für einzelne Songs auf der Bühne stehen werden. Und dann schnappatmen alle noch ein bisschen, weil das Abba-Jahr '18 bis hinein in 2019 verlängert wird.

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"Abbamania – The Show", 22. März 2019, Olympiahalle. Tickets ab 57,90 Euro, Telefon 54818181
 

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