Museen und Ausstellungen AZ-Tipps: Hier erleben Sie Kunst im Münchner Umland

Blick auf die Klosterkirche in Fürstenfeldbruck: Auf dem Areal befindet sich auch das Museum. Foto: foto-webcam.eu

Denn das Gute liegt so nah: Die AZ stellt Ihnen fünf Ausflugstipps ins Umland vor, die garantiert für kulturelle Abwechslung sorgen.

 

München - Reisen ist heuer ganz schön kompliziert. Viele Münchner bleiben daher lieber daheim. Da ist es gemütlich – manchmal freilich auch fad. Doch wer sich umschaut, wird feststellen: Man muss ja gar nicht in die Ferne schweifen, um Neues und Interessantes zu entdecken. Es muss auch nicht immer der Ausflug an irgendeinen See sein – im Münchner Umland gibt's schließlich viel zu entdecken.

Die AZ stellt Ihnen fünf Ausflugstipps ins Umland vor, die garantiert für kulturelle Abwechslung sorgen...

Fürstenfeldbruck: Radeln, Baden und Kultur

Russland liegt gerade mal 30 Kilometer von der Stadtgrenze entfernt, im Museum im Kunsthaus des Klosters Fürstenfeldbruck. Vom Isartor aus radelt es sich gemütlich an der Bahnlinie entlang über Pasing und Laim bis nach Aubing zur Stadtgrenze. An der Eichenauer Straße beginnt der Weg durch die Aubinger Lohe. Inmitten des Erholungsgebiets liegen die Böhmerweiher – zwei Baggerseen, die zum Baden einladen. Der Weg führt zum Bahnhof Puchheim, dort beginnt der ausgeschilderte Isar-Lech-Radweg.

Nach Fürstenfeldbruck sind es von Puchheim aus über Wiesen und Felder gute zehn Kilometer bis zum Kloster. In der ehemaligen Klosterbrauerei befindet sich das Museum. Neben der Geschichte des Klosters und einer archäologischen Abteilung gibt es dort wechselnde Sonderausstellungen. Bis 26. Juli zeigt das Museum im Kunsthaus unter dem Titel "non konform" Bilder russischer Gegenwartskünstler. Etwa 70 Kunstwerke hat die Fürstenfeldbrucker Sammlerin Lusine Breitscheidel dem Museum zur Verfügung gestellt. Sie hat Werke zusammengetragen, die seit den 50er Jahren entstanden sind. "Die Künstler haben alle Berührungspunkte zu den ersten russischen Nonkonformisten, die eine Gegenbewegung zur Doktrin des Sozialistischen Realismus waren", sagt Museumsleiterin Verena Beaucamp in einer Video-Führung durch diese Ausstellung.

Während systemkonforme Künstler zahlreiche Privilegien genossen, erhielten nonkonforme bis heute keine staatliche Anerkennung. Zwei davon sind Nikita Knikta und sein Vater Vladimir Kurdyukov. Kurz nach seiner Geburt 1979 erkrankte Knikta an zerebraler Kinderlähmung. Aufgrund der körperlichen Beeinträchtigung durfte er in Russland keine staatliche Kunstakademie besuchen. In München hingegen wurde er aufgenommen. Eines seiner Lieblingsmotive – der Don Quijote – ist hier zu sehen.

Zisterzienserweg, Kloster Fürstenfeldbruck Di–Sa 13–17 Uhr, So 11–17 Uhr, Eintritt: 4 Euro

Ismaning: Frohe Feste im Schloss

Taufe, Geburtstag oder Hochzeit: über die Glückwunsch-Kultur von heute und damals Seit kurzem erst sind Feiern mit einer begrenzten Anzahl an Gästen in Bayern wieder erlaubt. Doch warum ist den Menschen das Feiern, Jubilieren und Gratulieren so wichtig? Die Verantwortlichen im Schlossmuseum Ismaning haben eine Ausstellung kuratiert, die sich der Historie des Feierns widmet – von früher bis heute.

Noch bis Mitte Oktober gibt es alte Glückwunschkarten mit manch skurrilem Gruß, Geburtstagstassen, Taufbücher oder Patenteller aus der Zeit um 1900 zu sehen. Wer sich lieber mit Zeitgenössischem beschäftigt, ist ein paar Schritte weiter – im Museum Kallmann – gut aufgehoben. Dort dreht sich heuer alles um die „Ausweitung der Marktzone“. In einer Gruppenausstellung reflektieren 20 Künstler über die Mechanismen des Marktes. Die gezeigten Arbeiten thematisieren etwa grundlegende Dynamiken des Kapitalismus und untersuchen die damit verbundenen Herrschaftsprinzipien auf grafische, aufklärerische Weise.

Eine Radltour aus München zu den Museen in Ismaning bietet sich an. Durch den Englischen Garten geht’s vorbei am Aumeister etwa acht Kilometer immer an der Isar entlang.

Schlossstraße 3a+b, Ismaning, Di–Sa 14.30–17 Uhr, So 13–17 Uhr, Eintritt: 4 Euro

Bernried: Virus-Visionen am See

Eigentlich hätte alles anders sein sollen. Ende Juni ist der Zeichner Peter Gaymann 70 Jahre alt geworden. Ihm zu Ehren hätte es im Buchheim Museum in Bernried eine Retrospektive geben sollen – mit großer Geburtstagsparty. Passend zur Corona-Pandemie zeigt das Museum nun die Aquarellserie "Virus-Visionen". Dafür hat Cartoonist Gaymann dem Museum 80 Blätter mit Zeichnungen zur Verfügung gestellt, in denen er den Verlauf der Pandemie satirisch kommentiert.

Über Weinflaschen, Klopapier und natürlich das Abstandsgebot lässt er seine Figuren darin diskutieren. Etwas ernster geht es in der Sonderausstellung zum „Expressiven Realismus“ zu. Das Museum zeigt 90 Werke von 53 Künstlern, die ihre Blütezeit während der zwei Weltkriege erlebten und in der Nachkriegszeit als nicht mehr zeitgemäß erachtet wurden. Der in Tutzing lebende Kunstsammler Joseph Hierling hat dem Buchheim Museum Gemälde aus seiner fast 1.300 Werke umfassenden Sammlung zur Verfügung gestellt.

Die erweitert der frühere Galerist und Leiter Film- und Fernsehproduktion beim Bayerischen Fernsehen seit Jahrzehnten stetig. Einen Platz für eine Dauerausstellung hat er für die Vertreter der „verschollenen Generation“, wie er einmal sagte, bislang nicht gefunden. Bis Oktober hat zumindest ein Teil seiner Bilder einen festen Platz bekommen.

Am Hirschgarten 1, Bernried, Di–So 10–18 Uhr

Dachau: Tierisch gut

Tiere spielen in der Bildenden Kunst eine große Rolle, in den Museen sind sie heuer ebenso beliebt. So widmet das Bayerische Nationalmuseum dem Hund gerade eine Schau. In der Dachauer Gemäldegalerie gibt es, ebenfalls bis Mitte September, verschiedene "Tier-Bilder" aus den Jahren 1810 bis 1940 zu sehen. Zwischen den 80 Gemälden, Plastiken und Grafiken stehen einige tierische Porzellanfiguren – etwa eine Uhu-Leuchte.

Konrad-Adenauer-Str. 3, Dachau, Di–Fr 11–17 Uhr, Sa/So 13 bis 17 Uhr, Eintritt: 5 Euro

Ebersberg: Schöne Walderlebnisse

Im Winter ist das Hauptgebäude des "Museum Wald und Umwelt“ in Ebersberg durch einen Brand zerstört worden. Die Dauerausstellung wird während der Sanierung überarbeitet. Sonderausstellungen über die Bäume als Begegnungsorte, den Walderlebnispfad, eine Nacht in der Natur oder Führungen mit den Kräuter- und Waldpädagogen können Besucher aber inzwischen wieder buchen. Auch hier gelten freilich die allgemeinen Abstandsregeln.

Ludwigshöhe 2, Ebersberg, Sa/So 12 bis 17 Uhr, Eintritt: 2,50 Euro, Führung: ab 5 Euro

Schöngeising: Ein Hof mit Geschichte

Der Jexhof in Schöngeising bietet eine große Erlebnisvielfalt für jedes Alter, auch wenn der Betrieb derzeit coronabedingt eingeschränkt läuft. Veranstaltungen und Aktionsprogramme müssen entfallen. Der Rest ist offen. Der Jexhof hat eine sehr lange Vorgeschichte.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1433. Daher kann hier urtümliches bäuerliches Leben hautnah erlebt werden. Besucher verschaffen sich einen Überblick von mehreren Jahrhunderten Hofgeschichte.

Bauernhofmuseum Jexhof, Schöngeising, Di–Sa 13–17 Uhr, sonn-/feiertags 11–18 Uhr, Eintritt: 6–16 Jahre 2,50 Euro, Erwachsene 4 Euro

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