Munich Indoors Beerbaums Dilemma

Ludger Beerbaum übersprang mit All Inclusive die Ziele dieses Mal nicht ganz so souverän wie sonst. Foto: dpa

Der Springreiter hat beste Chancen, am Sonntag in der Olympiahalle wieder „Rider of the year” zu werden – falls er überhaupt startet. Die AZ stellt das Programm der „Munich Indoors” vor

 

MÜNCHEN Es ist ein kleines Jubiläum, und dennoch hat Volker Wulff keine Lust auf Feierlichkeiten. „Fragen Sie mich noch einmal in zehn Jahren. Richtig gefeiert wird erst beim 25-Jährigen”, sagt der Veranstalter der Munich Indoors. Dennoch kommt die 15. Auflage von Münchens größtem Pferdeturnier etwas ungewöhnlich daher. Zwar wird in der Olympiahalle zwischen Donnerstag und Sonntag (1. bis 4. November) immer noch über bis zu 1,55 Meter hohe Hindernisse gesprungen und durchs Viereck piaffiert. Aber die rund 500 Sportpferde aus aller Welt haben eine vorübergehende neue Heimat gefunden. Ihre Stallungen stehen nämlich nun im Münchner Olympiastadion. Wo früher Fußball-Rasensport gespielt wurde, klappern nun Hufe über den Asphalt.

Und ungewöhnlich ist auch, dass der Vorjahressieger so lange grübelt, ob er seinen Titel „Rider of the year” trotz allerbester Chancen verteidigen will. Ludger Beerbaum weiß noch immer nicht, ob er überhaupt nach München anreist. Der 49-Jährige steckt nämlich in einem Dilemma: Zeitgleich findet in Lyon ein Weltcup-Turnier statt, bei dem er viel Mühe investiert hat, um überhaupt starten zu dürfen. „Dadurch, dass Ludger nicht mehr unter den Top Ten der Weltrangliste ist, kann er sich nicht einfach so aussuchen, bei welchen Weltcups er startet”, erklärt Bundestrainer Otto Becker. „Eigentlich hatte er die Riders Tour nicht so sehr im Visier. Durch den doch recht überraschenden Erfolg am vergangenen Wochenende in Hannover ist er jetzt ins Grübeln gekommen. Das ist schon eine schwierige Entscheidung.”

Entscheidet sich Beerbaum für Lyon, ist er den Riders-Tour-Titel sicher los – und auch die Chance auf eines der drei Autos für die Podestplatzierten (Gesamtwert 80 000 Euro). Bucht er kurzfristig um nach München, könnte er bei den Verantwortlichen im Verband einigen Kredit verspielen. Auch wenn das Bundestrainer Becker so nicht sagt.

In München scharren schon einige Reiter mit den Hufen, um sich als Nachfolger anzubieten. So hat die Gesamtführende Luciana Diniz aus Portugal (46 Punkte) ihre Lyon-Teilnahme abgesagt und will ihr Glück nun in der Olympiahalle versuchen. Aber Nachwuchshoffnung Katrin Eckermann und Routinier Marcus Ehning (beide 39 Punkte) sind ihr auf den Fersen. „Bei solch einem knappen Punktestand verspricht der Wettkampf eine Menge Spannung”, freut sich Veranstalter Wulff. Der Niedersachse würde sich besonders für die 22-jährige Eckermann freuen, wenn es diesmal klappen würde. „Im vergangenen Jahr ist sie beim Finale so knapp gescheitert, das hat mir schon ein wenig leid getan”, sagt Wulff.

Die Munich Indoors im AZ-Überblick:

Eintrittspreise:
Am Donnerstag ist der Eintritt frei. Am Freitag kostet die Tageskarte 27 Euro (Kateg. 1: 35 Euro). Am Samstag wird in Tages- und Abendveranstaltung unterteilt. Die Ganztageskarte kostet 38 Euro (Kat. 1: 54 Euro), tagsüber zahlt man 18 Euro (29 Euro), abends 31 Euro (42 Euro). Der Sonntag kostet 29 Euro (39 Euro). Für Familien gibt es ermäßigte Tickets, ebenso für Studenten, Schüler, Azubis, Rentner und Schwerbehinderte.

Programm:
An Allerheiligen (1. November) bekommen von 12.15 Uhr bis 18.25 Uhr vor allem die Nachwuchsreiter und -pferde eine Chance, sich zu beweisen. Höhepunkt ist das Bayern Championat um 17 Uhr. Der Eintritt ist an diesem Tag frei.
Am Freitag geht’s für den Nachwuchs bereits um 8.30 Uhr los, hochklassig wird es am Abend. Um 17 Uhr startet der „Grand Prix de Dressage”, um 19.45 Uhr geht’s ins Finale des Bayern Championats. Das beliebte Showprogramm startet um 18.40 Uhr.
Das Wochenende bietet volles Pferdesport-Programm auf höchstem Niveau. Mittags (jeweils zwischen 12.30 Uhr und 13.30 Uhr) zeigen die Voltigierer ihre Turnkünste hoch zu Ross. Am Samstag geht es um 13.55 Uhr erstmals um die Qualifikation zu den entscheidenden Springprüfungen, um 19.20 Uhr wird beim „Gold Cup” um Edelmetall gesprungen. Davor, um 17.05 Uhr, gibt’s bei den Dressurreitern die „Grand Prix Kür” zu sehen.
Der Sonntag (ab 8 Uhr) steht ganz im Zeichen der großen Entscheidung um den Titel „Rider of the year”. Der „Große Preis der DKB” startet um 14.30 Uhr.
 

 

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