Munich Creative Business Week Die MCBW lässt die Isar glühen

Jan Kucks Lichtinstallation im Siegestor wirbt für die Munich Creative Business Week. Foto: Kuck/Lérot

Am Wochenende beginnt die MCBW, die bis zum 15. März Münchens Designerherzen höher schlagen lässt

 

Die Isar wird brennen. Wie die Lava glüht sie ab Samstag abend feuerrot an der Praterinsel. Sogar unter dem Wehr sprudeln die Fluten in glühenden Tönen hervor. An den Ufermauern wird auf Englisch die Frage zu lesen sein, für was man brenne. Persönliche Antworten können unter www.the-burning-river.com eingereicht werden.

Die Aktion des Berliner Lichtkünstlers Jan Kuck ist Teil der Munich Creative Business Week (MCBW), die in diesem Jahr mehr Sichtbarkeit erreichen will. Kuck hat sich bereits des Siegestors bemächtigt, unter dessen Bogen seit einigen Tagen die Frage „Design! or no Sign“ in riesigen hellen Neonbuchstaben zu lesen ist.

Zeichen setzen

Zeigen will der Künstler, dass Gestalten nicht nur bedeutet, einen ästhetischen Ausdruck zu finden, sondern auch Verantwortung zu übernehmen. „Kunst ist für mich Philosophie. Sie setzt da an, wo Worte allein nicht mehr ausreichen, um die wirklich störenden und brennenden Fragen zu stellen“, sagt er.

Auch beim Siegestor gehts um Fragen der Ästhetik. Kuck meint, dass gelungene Gestaltung bedeutet: Haltung und Zeichen setzen.

Das passt wie bestellt zum Motto der MCBW, dem größten deutschen Designevent, das unter seinem Dach ab Samstag neun Tage lang 200 Einzelveranstaltungen bündelt. Unter dem Motto „Sustain by Design“ huldigt die Veranstaltung auch der Nachhaltigkeit. So ist erstmals die Messe „Greenstyle“ dabei, die im Isarforum vom 13. bis 15. März 40 handverlesene Öko-Unternehmen mit Produkten und ihren visionären Konzepten mithilfe von Vorträgen und Präsentationen vorstellt.

Zu sehen sind Fair Fashion Trends und vegane Kollektionen oder interessante Upcycling-Produkte. Die innovativen Materialien sind einem vielleicht gar nicht so unbekannt: Bio-Baumwolle, Holz, Stroh, Pilze oder Kaffee dienen etwa als Rohstoffe für die hippen Produkte, bei denen es nicht nur um die Umwelt, sondern auch um Lifestyle geht.

Mehr Nachhaltigkeit

Textil spielt diesmal eine große Rolle. Inzwischen weiß man ja auch, dass die Produktion unserer – viel zu billigen – Bekleidung nicht nur prekäre Beschäftigungsverhältnisse in vielen Ländern verursacht, sondern auch gigantische Umweltprobleme.

Green City veranstaltet daher am Samstag (7. März, 11 bis 16 Uhr bei Cokrea in der Nordendstraße 64) eine Kleidertauschparty, auf der alte Klamotten wie gut erhaltene Hosen, Jacken, T-Shirts, Röcke, Pullover sowie Schuhe oder Accessoires neue Besitzer finden können. Zum dritten Mal verliehen wird auch der Münchner Modepreis, der den Nachwuchs diverser Ausbildungsinstitute der Stadt unterstützen soll.

Sogar der Münchner Stoff-Frühling (12. bis 15. März) hat sich diesmal dem Festival angeschlossen. Die Messe findet in verschiedenen Showrooms statt, in denen 40 internationale Stoffhersteller ihre aktuellen Kreationen interessierten Architekten, Raumausstattern und Einrichtern zeigen. Dabei geht es nicht einmal um Kleidungs-, sondern um Möbelstoffe und neuartige Textilien, die sogar als Schallschutz, Geruchs- oder Feinstaub-Filter dienen können.

Raus nach Landshut

Die bayerische Kreativwirtschaft vernetzt und feiert in der Hochschule für Fernsehen und Film am 7. März bei der Mucbook Creative Night mit zahlreichen Aktionen und Talks. Dabei sind die Künstler Daniel Man, BettyMü und Raphael Kurig oder „Architects for Future“ vertreten, die uns erklären werden, wie „klimapositives Bauen“ funktioniert und auch bei uns Realität werden kann. Die HFF ist nicht nur die zentrale Anlaufstelle, um sich über das Programm der MCBW zu informieren. Der lebendige Treffpunkt – mit Beratung – bietet aber auch das MCBW-Designkino mit etwa 20 Filmen, darunter Dokumentationen über das Hintergrundgeschehen in der Bekleidungsindustrie oder über Design-Ikonen wie Vivienne Westwood oder Norman Foster.

Neu dabei ist auch die Region Landshut mit über 30 Events. Das reicht von einer Architekturführung zum Thema „Holzwerthaus“ über Besuche in der Keramikschule bis hin zu den „Rural Design Days“ im „Silicon Vilstal“. Die Veranstalter glaubten schon, man müsse das ungeliebte Kürzel in LCBW umtaufen: Landshut Creative Business Week.

Warum eigentlich nicht?

7. bis 15. März, Infos und Anmeldungen zu den teils kostenpflichtigen Veranstaltungen unter www.mcbw.de

 

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