Multitalent gegen Rollenverteilung Sonya Kraus: "Mein Mann ist mein drittes Kind"

Sportlich: Sonya Kraus im Range Rover Foto: Jaguar Land Rover

Sonya Kraus ist eine echte Power-Frau - und das nicht nur in ihrem Job als Moderatorin oder Schauspielerin. Im Interview mit spot on news erklärt sie, wie man Familie und Job unter einen Hut bekommt und worum sie das andere Geschlecht beneidet.

 

München - Sonya Kraus (41, "Baustelle Body: Sonya's Secrets") ist ein echtes Multitalent. Ob als Schauspielerin, Moderatorin, Autorin, Synchronsprecherin oder Modedesignerin, die schöne Frankfurterin kämpft an vielen Fronten. Dem übergeordnet sind jedoch ihre beiden Kinder. Wie sie das alles unter einen Hut bekommt, erzählt die leidenschaftliche Range-Rover-Fahrerin der Nachrichtenagentur spot on news bei einer Spritztour durch die Pampa.

Wie bekommen Sie Familie und Karriere unter einen Hut?

Sonya Kraus: Indem die Karriere hinten ansteht. Kinder sind der ultimative Karriere-Knick, das kann man nicht beschönigen. Länger als drei Tage am Stück kann ich derzeit nicht von Zuhause weg. Sonst hätte ich Angst, dass es nicht mehr steht wenn ich wieder komme. Denn ich habe keine kleinen Mädels, die gerne puzzeln, sondern zwei Jungs, die das Haus abfackeln würden, wenn man sie lassen würde. Hinzu kommen die zwei männlichen Hunde und der Papa, so dass man bei uns wirklich von einem Testosteron-lastigen Haushalt sprechen kann.

Sind Sie dem gewachsen?

Kraus: Ich führe eine anstrengende Minderheitsregierung und fühle mich manchmal wie eine Raubtier-Dompteuse mit Peitsche. Und wenn ich arbeiten gehe, dann ist das wie Urlaub für mich. Trotzdem versuche ich so viel Herzensbildung wie möglich in die Kleinen reinzustecken. Was nicht immer einfach ist, denn leider muss ich mehr meckern, als ich eigentlich möchte. Gott sei Dank wohnt meine Mutter bei uns im Haus, die sich da sehr liebevoll einbringt. Sie ist das weiche Element, das ich nicht immer sein kann.

Wie haben die Kinder Sie verändert?

Kraus: Sie haben mich geduldiger und gelassener gemacht. Und ich habe nicht mehr so einen großen Anspruch an mich wie vorher. Ich habe akzeptieren gelernt, dass man nicht alles perfekt planen kann. Außerdem habe ich viel weniger Energie als früher. Ich erlebe jeden Tag Himmel und Hölle, da bist Du abends einfach platt. Da schlaf ich beim Gute-Nacht-Geschichten vorlesen schon mal selber mit ein. Seitdem lache ich mich kaputt über Leute, die Kinder bekommen, um ihre Beziehung zu retten. Da kann man sich auch gleich in den Kopf schießen.

Was hat es mit Ihrer Beziehung gemacht?

Kraus: Mein Mann ist mein drittes Kind und der Fels in der Brandung zugleich. Es ist trotz Nachwuchs spannend geblieben. Wohl auch weil wir einen langen Vorlauf hatten, bis wir uns für Kinder entschieden.

Wie bringt er sich in Sachen Kindererziehung ein?

Kraus: Wie so viele Väter gibt er gerne den Sugar-Daddy. Motto: "Wasch' es, fütter' es, zieh' es an und dann gehe ich mit ihm Schlittenfahren." Ich kämpfe jeden Tag gegen diese Rollenverteilung im 50er-Jahre-Stil an. Nicht einfach, da mein Mann auch ein Stier ist, den ich an den Hörnern packen muss. Deswegen haue ich ab und zu einfach mal für zwei Tage ab und lass Papa im Regen stehen. Das ist sehr lehrreich. Kann ich nur empfehlen. Eigentlich finde ich es sehr sexy, wenn Männer Windel wechseln oder kochen. Meiner bestellt höchstens mal das Essen beim Lieferdienst.

Was finden Sie noch sexy bei Männern?

Kraus: Selbstironie - wenn er über seine eigene Männlichkeit lachen kann. Außerdem eine angenehme Körpersprache, eine schöne Stimme, Menschenkenntnis und eine gewisse Lockerheit. Das alles kann schon viele nicht gewechselte Windeln wieder wettmachen.

Um was beneiden Sie die Männer?

Kraus: Um ein gewisses Körperteil. Weil ich als Pragmatikerin diese vereinfachten Pinkelpausen unglaublich praktisch fände. Mutter Natur ist ungerecht, weil sie die Frauen so wunderschön und kompliziert zugleich gebaut hat. Männer müssen nicht menstruieren, keine Kinder austragen und haben mehr Muckis. Und das bisschen Haarausfall ist nur eine milde Retourkutsche für Cellulite.

Für was bemitleiden Sie die Männer?

Kraus: Dafür, dass sie immer so krampfhaft groß, schneller, höher und breiter unterwegs sind. Diese Testosteron gesteuerte Ego-Nummer finde ich unglaublich anstrengend. Da steht man als Frau dann oft vor der Entscheidung: Mann oder Hund? Versau' ich mir das Leben oder nur den Teppich? Ich habe mich für beides entschieden, und ich bereue nichts.

 

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