Muffathalle Was das Muffatwerk plant

Kytes spielen am Samstag in der Muffathalle, leider noch ohne Publikum. Dafür kann man ihnen im Livestream folgen. Foto: Franz Kais

Das Muffatwerk meldet sich mit der Reihe „Muffat.Transformer“ zurück im kulturellen Leben der Stadt

 

Die Zoom-Ästhetik, die im März noch so neu war und im April schon so langweilig, hat die kulturelle Corona-Zeit geprägt. Im Muffatwerk setzt man jetzt lieber auf Livestreaming mit mehreren Kameras und öffnet die Halle für das neue Format „Muffat.Transformer“ mit Musik, Kunst und Diskussionen. Der Auftakt am kommenden Samstag (20.30 Uhr) soll ein „Fenster sein, für das, was wir in den kommenden Wochen bieten“, sagt Dietmar Lupfer, Geschäftsführer des Muffatwerks, der die Reihe zusammen mit Benedict Mirow (Nightfrog) ins Leben gerufen hat. Nur das Publikum muss noch draußen bleiben. Zumindest bis zum 15. Juni. Danach sind vielleicht ein paar Dutzend Besucher möglich, was auch für die Stimmung bei den gestreamten Konzerten und Diskussionen belebend sein könnte.

Zum 90-minütigen Auftakt am Samstag spielt die Indieband Kytes. Anfang des Jahres feierte sie das Release ihres Albums „good luck“ und spielte Ende Februar in der Stadt gleich drei Konzerte an einem Tag – darunter auch in der ausverkauften Muffathalle. Kurz darauf war das Glück aufgebraucht und Corona verhagelte erst einmal die weitere Tour.

Gegen Verschwörungstheorien

In dieser Zeit der Krise hat sich der Philosophieprofessor und ehemalige Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin häufig zu Wort gemeldet. In der Muffathalle wird er über das Spannungsverhältnis zwischen individueller Freiheit und staatlicher Verantwortung reden.

In den nächsten Veranstaltungen möchte Dietmar Lupfer aber auch die Debatten um absurde Verschwörungstheorien vertiefen und das Thema Rassimus debattieren. Regelmäßiger Gast bei „Muffat.Transformer“ wird der Münchner Künstler und Schriftsteller Nikolai Vogel sein, der jeweils einen anderen Autor oder eine Autorin vorstellt. Zum Auftakt präsentiert er Lisa Jeschke, die den Lyrik-Band „Die Anthologie der Gedichte betrunkener Frauen“ veröffentlicht hat.

„Muffat.Transformer“ soll nach dem Auftakt ab 12. Juni bis zum 5. Juli dann das ganze Wochenende laufen (Freitags bis Sonntags jeweils von 20.30 bis 22 Uhr) damit Zeit genug ist für intensive Diskussionen und längere Konzerte, zudem werden die Künstler auch erzählen, wie sie durch die Krise kommen und welche nicht nur künstlerischen Überlebenskonzepte sie entwickelt haben.

Die musikalischen Gäste für die nächsten Wochen stehen schon fest: Sepalot Quartet, Cosby, The Whiskey Foundation, Victoryaz, Matija und DJ Sets von Jay Scarlett und Explizit, technisch unterstützt wird das Muffatwerk für die Streaming-Reihe vom Münchner Sender egoFM. Danach, so hofft Dietmar Lupfer, könnten vielleicht auch wieder Konzerte möglich sein, wenn auch noch nicht in der Form, wie man sie von einer ausverkauften Muffathalle kennt.

Samstag, 20.30 Uhr bis 22 Uhr unter www.muffatwerk.de und www.egofm.de

 

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