Münchner Zamperl-Atlas So viele wie nie! Wo in der Stadt wie viele Hunde leben

Mit der Bevölkerung steigt auch die Zahl der Hunde in der Stadt. Die aufgeschlüsselte Verteilung finden Sie unten im Text. Foto: dpa/AZ

Nicht nur die Zahl der Einwohner in München wächst immens – auch die der Hunde. Jedes Jahr werden es 1.000 Pudel, Dackel und Co mehr. Macht jetzt: 35.500! In welchen Vierteln die meisten Vierbeiner leben.

 

München - Sie toben an der Isar, balgen sich im Englischen Garten, holen Stöckchen im Olympiapark und schnüffeln sich durch den Hirschgarten, den Luitpoldpark und die Angerlohe. Wo immer ein größeres Fleckerl grün ist in München – sie sind schon da: die Pudel, Dackel, Terrier und Mischlingshunde der Stadt.

Denn die Münchner werden immer hunde-narrischer. Heuer hat es die Stadt mit einem neuen Zamperl-Rekord zu tun: Bis Ende 2016 waren 35.018 Viecherl gemeldet – 1.000 mehr als ein Jahr davor und 5.000 mehr als vor fünf Jahren, sagt die Statistik der Münchner Stadtkämmerei, die die Hundesteuer eintreibt. Jetzt im Herbst dürften es, vorsichtig geschätzt, schon 35.500 Hunde sein.

Welcher Hund ist auf der Beliebtheits-Skala ganz vorn?

Nein, nicht der Dackel, auch wenn es zu den München-Klischees gehört, sich den Isarspaziergänger als rundbäuchigen Gemütsmenschen mit kurzbeinigem Waldi vorzustellen. Auf Platz 1 der Münchner Lieblingshunde liegt laut dem Statistischen Amt eine Rasse, "die es wahrscheinlich nur in Oberbayern gibt", die sogenannte "Stiangglandarass", zu hochdeutsch also der gemeine Mischlingshund. Dahinter folgen die feschen Familienhunde Labrador und Golden Retriever, das Hipster-Zamperl Französische Bulldogge und der Chihuahua, der in jedes Designer-Handtäschchen passt.

Was Hundehasser nervt (die sich vor immer mehr Gebell, Spaziertrubel und Tretminen an Parkplatzgrünstreifen gruseln), freut die Münchner Zamperl-Freunde: "Ist doch gesellig, wenn man viele Hunde, Herrchen und Frauchen trifft", findet Isarspaziergänger Erwin Kettner aus dem Glockenbachviertel (siehe Umfrage unten). Er störe sich überhaupt nicht an der wachsenden Zahl.

In welchem Viertel leben wie viele Hunde?

Die Zamperl-Meute verteilt sich übrigens nicht gleichmäßig übers Stadtgebiet – obwohl sie in allen Viertel wächst, sogar in der engen Innenstadt. Wo es dichter bebaut ist und wo wenig Gassiflächen sind, bleibt die Lust kleiner, sich einen Vierbeiner anzuschaffen. Umgekehrt: Wo Münchner in Einfamilienhäusln leben, Gärten haben und Auslaufflächen, wuseln (noch) mehr Hunde herum.

So finden sich die meisten Hunde (nämlich 2.752) im einwohnerstärksten Stadtbezirk Ramersdorf-Perlach im Südosten (statistisch kommt ein Vierbeiner auf 41 Einwohner). Dicht gefolgt vom Villenviertel Bogenhausen im Osten (2.717 Hunde – ein Hund pro 31 Einwohner).

Die wenigsten Hunde (403; allerdings auch 31 Tiere mehr als 2015) gibt’s auf der engen Schwanthalerhöhe mitten in der Stadt. Hier ist jeder 75. Bewohner ein Zamperlhalter. Das geselligste Dorado für Hunde ist aber wohl das noch ein bisschen dörfliche Allach. Hier ist jeder 30 Einwohner auf den Hund gekommen. Wau.

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Hundeverordnung: Erlaubt und verboten

Die Hundeverordnung der Stadt München regelt, wo im Stadtgebiet welche Hunde an der Leine geführt werden müssen, wo sie gar keinen Zutritt haben oder frei laufen dürfen.

Gar nicht betreten dürfen Hunde: Kinderspielplätze, Wiesn-Festgelände und Frühlingsfest, die Flächen von städtischen Parks und Grünanlagen, die mit einem grünen Poller mit durchgestrichenen Hundesymbol markiert sind.

Hier gilt Leinenpflicht: auf den Wegen in städtischen Grünlagen, die mit den grünen „Hunde-verboten“-Pollern markiert sind. Im gesamten Westpark. Außerdem in den Naturschutzgebieten Allacher Lohe, Schwarzhölzl, Panzerwiese, Hartelholz, Fröttmaninger Heide. Und in den staatlichen Anlagen Englischer Garten, Hofgarten, Dichtergarten, Bavaria-Anlage, Schlosspark Nymphenburg, Hartmannshofer Park.

Große Hunde: Hunde ab 50 Zentimeter Schulterhöhe sowie Boxer, Deutsche Doggen, Dobermann und Schäferhund müssen zusätzlich angeleint werden: innerhalb des Altstadtrings, in Fußgänger- und verkehrsberuhigten Zonen, auf Märkten/Festen, neben Kinderspielplätzen, in U-/S-Bahn, Bus, Tram und auf Bahnhofsflächen.


Umfrage: Was sagen Münchner Hundehalter?

Stylistin Selma Cakmak (44) mit Hund Padthai im Glockenbachviertel: "Ich war im Urlaub in Thailand, da ist mir am Meer dieser schöne Hund als Welpe über den Weg gelaufen. Für mich war’s Liebe auf den ersten Blick. Heute gehe ich mit Padthai, die inzwischen vier ist, am liebsten im Nordteil vom Englischen Garten spazieren. Da können sich Hunde ohne Leine bewegen und miteinander herumtollen – und man trifft auf viele coole Leute. So hat sich mein Freundeskreis ziemlich vergrößert. Was fehlt in München, sind mehr Hundepensionen. Es ist wirklich schwer, einen guten Platz zu finden, wenn man ohne Hund für ein paar Tage weg will."

Kulturmacher Wolfgang Ettlich: "Es gibt schon relativ viele Hunde in München – aber sie tun uns Menschen gut. Dank meinem Schäferhund-Husky-Mischling Sammy gehe ich sechs Mal die Woche laufen im Englischen Garten. Wer im Viertel einen Hund hat, gehört schnell zur Hundefamilie."

Rentner Erwin Kettner (68) am Glockenbach: "Hunde sind toll. Meine Alma kommt aus einem Tierheim in Griechenland, wir gehen täglich am Glockenbach oder Flaucher spazieren. Da lerne ich viele Leute kennen. Falls ein Mann eine Frau sucht, ich kann nur raten: Er sollte sich einen Hund kaufen."

Lola und Anni Müller (Studentinnen) mit Hund Penny: "Zu viele Hunde in München? Nein, das finden wir nicht", erzählt Anni. "München ist eine Zamperlstadt, da gehören Hunde zum Stadtbild, es müssen ja nicht immer Dackel sein." Ihre Golden-Retriever-Dame Penny haben sie "als Welpe gerettet" – jetzt ist sie schon 17. Drei Mal am Tag gehen die Schwestern Gassi. In Oberhaching, wo sie wohnen, auf der Hundewiese, im Grünwalder Forst oder im Englischen Garten. "Auf der Straße und in der S-Bahn leinen wir Penny an. Auf größeren Grünflächen lassen wir sie ohne laufen. Schön!"


Achtung Hundehalter! In Gauting treibt ein Hundehasser sein Unwesen. Er hat inzwischen sogar ein Bekennerschreiben verfasst. Mehr dazu lesen Sie hier!

 

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