Münchner Youngster überzeugt EHC-Crack John Jason Peterka: "Mein Traum ist die NHL!"

Beim EHC München schon auf Augenhöhe mit den Großen: John Jason Peterka (17). Foto: GEPA Pictures / ho

EHC-Stürmer John Jason Peterka ist erst 17 und sorgt in der DEL für Furore. In der AZ spricht er über die Anfänge, Vorbild Kahun und den Führerschein.

 

Interview mit John Jason Peterka: Der 17-jährige Münchner stürmt seit dieser Saison für den EHC Red Bull München in der DEL.

AZ: Herr Peterka, 17 Jahre, noch kein Führerschein, dafür bereits 13 Einsätze in der DEL, in denen Sie drei Tore erzielt und drei weitere Treffer vorbereitet haben. Das hätten Sie sich als Kind sicher so auch nicht erträumt, oder?
JOHN JASON PETERKA: Sicher nicht, ich hatte vor der Saison eher erwartet, dass ich darum kämpfen muss, überhaupt einen Platz hier beim EHC Red Bull München zu kriegen. So, wie es bisher gelaufen ist, bin ich sehr, sehr glücklich. Und zum Führerschein: Den werde ich auch bald haben, da bin ich sicher. Bisher muss ich ja immer mit der S-Bahn reinfahren.

Sie leben bei Ihren Eltern.
Genau. Das dauert so etwa 35 Minuten.

Wie war dieser erste Moment, als Sie, der 17-jährige J.J., plötzlich mit lauter gestandenen Eishacklern in der EHC-Kabine waren?
Ich war wirklich sehr aufgeregt und es war schon toll, die Spieler alle kennenzulernen. Es ist auch unglaublich, wie sehr mir hier alle helfen. Das ist echt unvorstellbar. Vor allem der Koni.

Konrad Abeltshauser.
Genau, der hat mich ein bisschen eingeführt. Und unser Trainer Don Jackson hilft mir auch wirklich sehr. Er ist sehr ruhig. Was ich sehr schätze, ist, wenn man nicht gleich angeschrien wird, wenn man mal was falsch macht. Er erklärt mir meine Fehler in ganz sachlichen Worten und Tonfall, zeigt mir bei den Videoanalysen genau, wo ich in welcher Situation besser gestanden wäre. Ich lerne jeden Tag viel dazu.

John Jason Peterka - das Abitur rückt näher

Apropos lernen. Wie sieht es mit der Schule aus?
Ich habe noch zwei Jahre vor mir, bis ich dann hoffentlich mein Abi in der Tasche habe. Ich mache das jetzt online, weil sich das sonst zeitlich alles nicht gut ausgehen würde mit den Spielen, den Trainingseinheiten.

Ihr Lieblingsfach?
Mathematik, da habe ich mich immer sehr leichtgetan. Nicht so gut bin ich in Deutsch. Schreiben ist nicht so meine Sache, auch Französisch als Sprache nicht so.

Gehen die alten Mitschüler eigentlich anders mit Ihnen um, seit Sie in der DEL spielen?
Irgendwie schon, obwohl ich das gar nicht mag. Ich bin kein Star, mir ist am liebsten, wenn Sie mich einfach als den alten Freund sehen, den J.J..

Woher kommt der Name John Jason Peterka?
Peterka ist slowakisch, da hatten wir wohl Vorfahren, aber mehr weiß ich nicht. Was den Vornamen angeht: Meine Eltern sind große USA-Fans. Daher haben wir englische Namen. Meine Schwester heißt Tiffany, mein Bruder Jack.

Mit vier Jahren kam die Leidenschaft fürs Eishockey

Mit wie viel Jahren fingen Sie mit Eishockey an?
Als ich klein war, bin ich mit meinen Eltern immer mit zum Eislaufen in den Münchner Ostpark gegangen. Dort habe ich immer die Eishockeyspieler gesehen, fand das toll. Ich wollte das dann mal probieren, deshalb haben mich meine Eltern beim EHC München e.V. angemeldet. Da war ich so vier Jahre alt. Ich bin dann dabei geblieben. Ich habe auch sehr lange, intensiv Fußball gespielt, hatte teilweise zwei Spiele und Trainings am Tag. Irgendwann musste ich mich dann aber entscheiden. Und ich habe mich eben für Eishockey entschieden.

Begonnen hat bei Ihnen also alles im EHC-Nachwuchs.
Stimmt. Mit so zehn bin ich nach Bad Tölz, mit 14 dann in die Red-Bull-Akademie. Das war nicht immer leicht, ich hatte ziemliches Heimweh. Aber zum Glück kannte ich in der Akademie schon viele, das hat sehr geholfen. Meine Familie hat mich immer unglaublich unterstützt. Sie sind zu jedem Spiel nach Salzburg gefahren. Ohne sie wäre das nicht möglich gewesen.

Dabei stammen Sie gar nicht aus einer Eishockeyfamilie.
Nein, mein Dad hat nach mir mit Eishockey angefangen.

Wie talentiert ist er?
(lacht) Was soll ich dazu jetzt sagen? Ich sage mal so, mit der NHL wird es schwierig.

Das Große Ziel NHL ist nicht so unrealistisch

Bei Ihnen hingegen ist es realistisch, bereits jetzt sitzen bei den Spielen des EHC Scouts aus der NHL und beobachten Sie.
Natürlich ist es mein großes Ziel, einmal in der NHL zu spielen. Das ist mein Traum. Aber erstmal bin ich hier in München, muss mich hier beweisen. Und ich fühle mich hier wirklich sehr, sehr wohl.

Einer, der den Sprung aus München in die NHL geschafft hat, ist Dominik Kahun. Der war im Sommer wieder hier – haben Sie Ihn da ausgefragt?
Klar! Er ist schon ein Vorbild für mich. Er hat sich hochgearbeitet. Er hat mir gesagt, dass in der NHL alles viel schneller ist, dass man einfach jeden Tag hart arbeiten muss und nie mit dem Erreichten zufrieden sein darf. Das ist das Wichtigste.

Wer sind sonst Ihre Vorbilder?
Das ist seit sehr langer Zeit Patrick Kane von den Chicago Blackhawks! Mein Zimmer war mit Postern von ihm gepflastert, sein Spielstil gefällt mir einfach und seine Pässe sind schon einzigartig.

Haben Sie Kahun, der ja vergangene Saison für Chicago gespielt hat, um ein signiertes Trikot von Kane gebeten?
Leider nein.

 

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