Münchner Reporter-Urgestein Karl Stankiewitz wird 90: Einer, der immer dabei war

Am Sonntag eröffnet die Ausstellung über Karl Stankiewitz. Die im Bild gezeigte Lederhose ist ein Dokument der Zeitgeschichte; sie liegt im Haus der Bayerischen Geschichte. Foto: A. Schellnegger

Keiner hat die Entwicklung Münchens so lange journalistisch mitdokumentiert wie Karl Stankiewitz. Weil der Ende Oktober 90 wird, wird es eine Ausstellung über ihn geben. 

Karl Stankiewitz selbst findet es am wenigsten einleuchtend, warum es eine Ausstellung geben sollte über Karl Stankiewitz: "Nachdem das Haidhausen-Museum mir das vorgeschlagen hat, fiel mir gleich der Spruch von Gerhard Polt ein: Braucht’s des? Eine Ausstellung für einen ganz gewöhnlichen Zeitungsmenschen, nur weil der zufällig 90 Jahre alt wird und immer noch als Zeilenschinder arbeitet?"

Herausgekommen ist eine foto- und artikellastige Reise durch das Leben des Reporters – der auf gar keinen Fall "Reporter-Legende" genannt werden will. Außer, wenn er das selbst sagt, wie bei der Verleihung des Preises "München leuchtet" an ihn. "Und das meinte ich ironisch!"

Zu sehen sind Ausschnitte aus Stankiewitz’ Leben und Wirken – wie die erste Münchner Schülerzeitung "Der Funke", die er 1946 gründete, seine Berichte vom Gerichtsprozess um die 1962 als Mörderin verurteilte Vera Brühne oder seine Bücher über den politischen und gesellschaftlichen Wandel.

Braucht’s des? Fei scho.


Ausstellungseröffnung: Sonntag, 19 Uhr, Kirchenstraße 24; Ausstellung bis 2. Dezember, Mo/Di/Mi 17-19 Uhr, So 14-17 Uhr, Eintritt frei

Aktuell veröffentlichen wir eine Serie von Texten von Karl Stankiewitz über Rechtsextremismus in München nach 1945

Von echten und falschen Nazi-Attentätern

 

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