Münchner Professor stirbt in Venedig Chef der Gondolieri-Gewerkschaft: "Das war ein Tod mit Ansage"

Gondolierie bei einer Gedenkzeremonie für Joachim Vogel in Venedig. Ihre Boote tragen schwarze Trauerbänder. Foto: dpa

Täglich 3500 Schiffe: Venedigs Gondolieri klagen über zu viel Schiffsverkehr - der Bürgermeister will jetzt handeln

 

Venedig - Der Chef der Gondolieri-Gewerkschaft, Aldo Rato, sagt, er habe längst mit dem Schlimmsten gerechnet. Auf Venedigs Kanälen seien zu viele Schiffe unterwegs: „Ich habe schon oft gesagt, dass der Verkehr zu viel und zu schnell ist, aber niemand hört auf mich.“

Der tragische Tod des Münchner Joachim Vogel sei ein „Tod mit Ansage“ gewesen. Der  50-jährige LMU-Professor war bei einem Gondelunfall vor den Augen seiner Familie tödlich verunglückt. Ein anderer Gondoliere fuhr gestern mit einem Transparent durch die Stadt: „Achtung, Lebensgefahr für Gondel-Führer und Passagiere!“ Laut der italienischen Tageszeitung „Corriere della Serra“ fahren jeden Tag 3500 Schiffe, Wassertaxis und Gondeln durch die Lagunenstadt. Vor drei Jahren seien es noch 2500 gewesen.

Hinzu kommt, dass immer mehr Hotels und andere Unternehmen eigene Anlegestellen bauen – und die Wasserwege dadurch zunehmend enger werden.

Dass Bürgermeister Giorgio Orsoni nun endlich etwas gegen das Chaos auf den Kanälen unternehmen will, kommentiert das Blatt so: „Seit Jahren herrscht Besorgnis über den ständigen Anstieg des Bootsverkehrs in der Lagune. Es ist ein Unsegen, dass in Italien immer erst ,danach’ gehandelt wird.“

 

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