Münchner Philharmoniker Krzysztof Urbanski dirigiert Gustav Holst und John Williams

Der Dirigent Krzysztof Urbanski. Foto: Marco Borggreve

Die Münchner Philharmoniker spielen Gustav Holst und die Suite aus „Star Wars“ von John Williams

 

An jeder Plakatwand dieser schönen Stadt werden Konzerte mit Filmmusik angekündigt. Da drängt sich – nicht nur notorisch schlecht gelaunten Kulturkritikern – die Frage auf, ob angesichts dieses reichen Angebots auch noch die Münchner Philharmoniker unbedingt „Star Wars“ spielen müssen.

Müssen tun sie’s natürlich nicht. Aber wenn es sogar die konservativen Wiener Philharmoniker tun, brauchen ihre Münchner Kollegen dafür keine Entschuldigung. Denn die Musik von John Williams liefert dafür die besten Argumente.

Wer „Star Wars“-begeisterte Kinder hat, der weiß, dass sich die Musik auch durch häufigen Genuss nicht abnutzt. Wenn man das „Asteroidenfeld“ in eine schwächere Symphonie von Dmitri Schostakowitsch einschmuggeln würde, würde das nicht nur niemandem auffallen, es wäre sogar ein Gewinn. Und es ist ein Riesenspaß, wenn die philharmonischen Holzbläser unmittelbar nach dem düster-dämonischen „Imperial March“ das Saxofon herausholen und die Philharmonie mit der Musik der Cantina-Band in eine schummrige Bar verwandeln.

Ein enkeltaugliches Programm

Vor der Suite aus „Star Wars“ dirigierte Krzysztof Urbanski elegant und metiersicher „The Planets“ von Gustav Holst. Damit wurde ohrenfällig, wie die symphonische Filmmusik von John Williams auf der Spätromantik aufbaut und dass sie ihre Vorbilder teilweise so hemmungslos plündert, wie sich Holst selbst bei den Enigma-Variationen seines Kollegen Edward Elgar und dem „Zauberlehrling“ von Paul Dukas bedient hat.

Die Musik von Holst und Williams lässt sich kaum interpretieren, sie muss vor allem wirkungssicher und transparent gespielt werden. Da leisteten sich weder die Philharmoniker noch die bei den „Planeten“ aus dem Off singenden Damen des Philharmonischen Chors (Einstudierung: Andreas Herrmann) oder der Klangregisseur am Pult irgendwelche Schwächen.

Die Enkeltauglichkeit dieses Konzerts senkte den Altersdurchschnitt in der Philharmonie. Und weil dieses Konzert offenkundig sowohl für die Musiker wie die Zuschauer ein großer Spaß war, wiederholten die Philharmoniker den Schluss der „Star Wars“-Suite als Zugabe.

 

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