Münchner Modernisierung MVV: So will die S-Bahn besser werden

Frische Bahnhöfe und mehr Infos - die S-Bahn will sich 2019 ein wenig modernisieren. Foto: Deutsche Bahn

Die Bahn will bei Pendlern mit einer neuen Qualitätsoffensive punkten. Die AZ stellt die Pläne vor.

 

München - Verspätungen, Zugausfälle und immer wieder nervige Pannen: Die Münchner S-Bahn hat bei Pendlern nicht unbedingt den besten Ruf. Vor einem Jahr hat die S-Bahn deshalb eine Qualitätsoffensive gestartet. Die Stammstrecke wurde eingezäunt. Im Juli ging der erste modernisierte Zug vom Typ ET 423 auf die Gleise. An mehreren Bahnhöfen gibt es nun Einstiegslotsen. Und so hat die Bahn noch einige andere Verbesserungen auf den Weg gebracht.

"Wir haben 2018 an vielen Stellschrauben gedreht, vieles ausprobiert, viel erreicht, aber auch viel gelernt", sagt Heiko Büttner. Man habe die richtigen Weichen für einen besseren Service gestellt, so der Münchner S-Bahnchef. Es sei aber immer noch sehr viel zu tun. Am Mittwoch hat Büttner deshalb das Handlungsprogramm der S-Bahn für 2019 vorgestellt. So sollen dieses Jahr etwa auch die Bahnhöfe an den Außenästen mit modernen Informationsanlagen ausgestattet werden. An insgesamt 61 Stationen rüstet die Bahn die Anzeigetafeln auf.

Live-Anzeige und neue Züge

Bis Ende des Jahres sollen Fahrgäste zudem auch in den Zügen Livedaten zu Verbindungen und Umsteigemöglichkeiten angezeigt bekommen. Lohnt es sich, am Bahnsteig die Treppe runterzuhetzen? Oder ist der Bus ohnehin schon weg? Das kann man künftig dann noch während der Fahrt klären. "Wir starten damit in ein neues Zeitalter der Fahrgastinformation", freut sich S-Bahnchef Büttner.

Auch der Umbau der Fahrzeugflotte geht dieses Jahr weiter. Bis alle 238 Züge vom Typ ET 423 umgerüstet sind, wird es allerdings noch ein bisschen dauern. Die Bahn rechnet damit, dass Ende 2020 die große Modernisierungswelle vorbei ist. Auch einige Bahnhöfe bekommen eine Auffrischung. 2019 werden schwerpunktmäßig die S-Bahnsteige am Hauptbahnhof, am Marienplatz und am Rosenheimer Platz aufgewertet. Dabei werden unter anderem die Decken erneuert und die Beleuchtung verbessert. Und auch die Sitzbänke sollen ausgetauscht werden.

Weichen für den Winter stellen

Vorankommen will die S-Bahn zudem beim Thema Barrierefreiheit. Derzeit sind 115 der 150 Stationen ohne Probleme auch für Rollstuhlfahrer zugänglich. Bei drei weiteren Stationen sollen heuer Umbaumaßnahmen vorgenommen werden, so dass Ende des Jahres dann rund 90 Prozent der S-Bahnkunden barrierefrei zum Zug kommen.

Und noch so ein Dauerthema: die Weichen. Die hatten vor allem im Winter immer wieder für Probleme gesorgt. Bis Ende des Jahres will die Bahn alle Weichen aber an ein neues Diagnosesystem anschließen. Dann soll man gleich sehen können, ob es irgendwo im Netz hakt.

 

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