Münchner helfen Gutes vereint Werte, die immer modern sind

Nestwärme macht vor allem Eltern glücklich, deren Kinder intensive häusliche Pflege benötigen. Mit dem Resilienzprogramm stärken sie das Immunsystem der Seele, sodass betroffene Eltern besser mit schwierigen Situationen klarkommen. Foto: Petra Schramek

Bei der Spendenaktion "Gutes vereint" wurden in wenigen Wochen knapp 17.000 Euro gesammelt. Sie kommen drei Münchner Vereinen zugute, die in unserer Stadt Wichtiges leisten.

 

Wie treffend der Name der großen Spenden-Initiative gewählt war, zeigte sich nie so gut wie bei der Preisübergabe. Denn im Stammhaus der Münchner Bank am Frauenplatz kamen alle zusammen: die Vertreter der Vereine, für deren wichtige Projekte gesammelt wurde, die großzügigen Spender, die tolle Preise gewannen, und Vertreter der Initiatoren dieser Aktion, der Münchner Bank und der Abendzeitung. Sie alle trafen sich, lernten sich kennen, knüpften Kontakte.

Im Video: Die Spendenübergabe von "Gutes vereint - Münchner helfen"

Wie es der Name eben auf den Punkt bringt: Gutes vereint. Gemeinsam feierten alle den großen Erfolg der Spenden-Aktion: In wenigen Wochen wurden knapp 17.000 Euro gesammelt. Münchner Vereine hatten sich mit gemeinnützigen Projekten in den Kategorien Kinder, Senioren und Tiere bewerben können.

Von gemeinnützigen Engeln ist sogar die Rede 

Die Juroren Dorothee Schiwy (Sozialreferentin der Landeshauptstadt München), Sandra Bindler (Vorstandsvorsitzende der Münchner Bank) und Michael Schilling (AZ-Chefredakteur) hatten drei Projekte pro Kategorie gewählt. Die AZ-Leser stimmten dann online über den Sieger ab. Und schließlich sollten via Crowdfunding für jeden Verein 5.000 Euro gesammelt werden: Die Initiative "Gutes vereint" legte dabei auf jede Spende 10 Euro drauf. Das schöne Ergebnis: Die Zielsummen wurden in allen drei Fällen deutlich überschritten.

Entsprechend groß war bei der Preisübergabe die Freude der Initiatoren. "München funktioniert so gut, weil es so viele gemeinnützige Engel gibt", sagte Sandra Bindler. "Und uns als Münchner Bank ist es sehr wichtig, dass wir diese Projekte fördern, die unsere Stadt auch tragen." Michael Schilling betonte das Moderne dieser Spendenaktion. "Schwarmintelligenz, Nachhaltigkeit, Crowdfunding: Ich finde es bemerkenswert, dass unsere gemeinsame Aktion all das verkörpert hat. Und Solidarität ist ein Wert, der nie aus der Mode kommt." Dorothee Schiwy bedankte sich für die Aktion: "Für uns als Landeshauptstadt München ist unternehmerisches Engagement sehr, sehr wichtig." Gemeinsam überreichten sie die Preise an die Gewinnervereine.

Im Mai startet das Resilienzprogramm in München

Diese können mit den Mitteln nun ihre Projekte umsetzen: Nestwärme e. V. veranstaltet im Mai einen viertägigen Resilienz-Workshop für Familien mit behinderten oder schwerkranken Kindern. Dort sollen die Teilnehmer – auch in praktischen Übungen – lernen, mit ihrer schwierigen Situation besser umzugehen und auch ihre eigenen Bedürfnisse wieder zu berücksichtigen. "Die Eltern sollen in den Workshops merken: Ich bin auch noch da – und ich bin nicht alleine da", sagt Maria Jurecka vom Verein Nestwärme. Normalerweise kosten die auch anderweitig bezuschussten Workshops 1.250 Euro pro Teilnehmer. Dank "Gutes vereint" können im Mai bis zu 15 Menschen für 250 Euro daran teilnehmen. 

Seniorpartner in School konnte das Büro bereits einrichten

In der Kategorie Senioren gewann der Verein Seniorpartner in School: Dieser bildet Menschen über 55 Jahre kostenlos zu Mediatoren aus, die Grundschülern im Alltag helfen, ihre Streitigkeiten selbst zu lösen. Der Bedarf ist groß, die Mediatoren sind in über 30 Münchner Grundschulen tätig. Vor der Ausbildung verpflichten sie sich, eineinhalb Jahre in dieselbe Schule zu gehen. "Sie bleiben bei uns aber nicht nur anderthalb Jahre, sondern im Durchschnitt fünf", sagte Matthias Kraemer, "weil es auch für sie selbst so erfüllend ist." Der Verein Seniorpartner in School konnte gerade auf der Praterinsel ein Büro in einem Haus beziehen, das eine engagierte Familie elf NGOs zur Verfügung stellt. Dank "Gutes vereint" hat der Verein nun auch die Mittel, das Büro einzurichten.

Im Sommer geht es für einige Reptilien ins Freie

Die Auffangstation für Reptilien, Gewinner in der Kategorie Tiere, kann dank der Mittel von "Gutes vereint" in der Station Riem Außenvolieren an einem Balkon errichten. So können Papuawarane, grüne Leguane und Weißbüscheläffchen künftig ins Freie. In die Auffangstation kommen exotische Tiere, die ausgesetzt oder beschlagnahmt werden – oder mit denen ihre Halter überfordert sind. So wie die Mutter eines Jungen: Der hatte mit ihrer Zustimmung im Internet einen Skorpion bestellt, wie die stellvertretende Leiterin Sabine Öfner erzählt. Die Mutter glaubte, dass es sich um einen Gegenstand aus Acryl handelte. Dann stellte sich heraus: Der angelieferte Skorpion war aus Fleisch und Blut – und hochgiftig. In solchen Fällen, aber auch bei ausgesetzten und beschlagnahmten Tieren springt die Auffangstation ein. Sie pflegt die Tiere und vermittelt sie weiter. 

Doch nicht nur die Vertreter der Gewinnervereine konnten sich freuen. Weitere sechs Vereine, die die Jury vorausgewählt hatte, erhielten 500 Euro vom Förderverein der Münchner Bank. Dessen Vorstand Michael Dandorfer hatte beschlossen, dass auch deren wichtige Projekte gefördert werden sollen. Und schließlich wurden auch einige der Spender belohnt: Fünf von ihnen wurden ausgelost und erhielten tolle Preise, die Münchner Unternehmen zur Verfügung gestellt hatten. Nicht zuletzt hier zeigte sich, dass Gutes mehr als nur vereint: Es kann auch viel Spaß machen.

 

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