Münchner Friseur Hier kostet die Dauerwelle 2700 Euro

Haarig. Foto: privat

Im "Temple of Hair" in München wird geschnitten, gelegt und gefönt - nur eine Frisur kommt dem Chef hier nicht unter die Schere.

 

Maxvorstadt - Hier sind Profis am Werk. Das merkt man gleich, wenn man den "Temple of Hair" in der Arcisstraße betritt. Der Salon ist exklusiv eingerichtet, der Boden teilweise aus Marmor - manche Sessel sind sogar original aus den 50ern.

Die Preise spiegeln das zum Teil wieder: Schneiden ohne Fönen kostet die Damen 55 Euro, die Herren mindestens 40 Euro. Strähnen mit Folie gibt's ab 70, Farbe oder Tönung ab 45 Euro.

Eine Dauerwelle kann man sich hier auch machen lassen - für 2700 Euro.

Keine Sorge, wir haben uns nicht verschrieben: 2700 Euro. So steht auf der Preisliste des "Temple of Hair".

Der Knall-haarte Preis sorgt für Furore - auch auf Twitter. Dort zeigt Sophie Servaes, selbst Kundin des Salons, die Preisliste.

Die AZ fragt natürlich nach. Salon-Chef Andreas Wilhelm ist beim Anruf gerade beim Strähnchenmachen - ruft aber schnell zurück.

Ein Gag, oder, Herr Wilhelm? "Ein ernstzunehmender Gag", sagt der Figaro, der schon seit 15 Jahren in der Maxvorstadt arbeitet. Eine Dauerwelle sei "Geschmackssache", sagt er - und lässt durchblicken, in welche Richtung sein Geschmack dabei geht.

"Manche Kunden haben schon danach gefragt, aber dann müsste ich Wickler und Spitzenpapier teuer kaufen, ich habe sie ja nicht da. Und dann müsste ich, damit ich am nächsten Tag auch wieder gut gelaunt arbeiten kann, erstmal zum Psychotherapeuten", sagt Wilhelm. "Daher der Preis."

Dauerwellen - für ihn ein Graus bzw. Kraus: "Das sieht aus wie Sauerkraut" - oder "wie ein explodierter Handfeger". Er mache einfach keine - obwohl, sagt Wilhelm, eine Kollegin habe mal einigen älteren Damen eine Dauerwelle verpasst. "Dabei hat's aber mal eine Schwangere umgehauen", sagt er. Der Grund: "Das stinkt ja wie die Sau", schuld sei dabei die Substanz Ammonium-Thioglykolsäure, die bei der Verwendung stinke "wie faule Eier".

Aus all diesen Gründen habe er "irgendwann" den Preis erhöht.

Und?

"Seitdem hat keiner mehr gefragt."

 

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