Münchner Alt-OB und Griechenland-Kenner Christian Ude: „Alle runter vom hohen Ross!“

Christian Ude in seiner Hängematte auf Mykonos, wo er mit seiner Frau Edith gern urlaubt. Diese Fotos hat er auf seiner Facebook-Seite hochgeladen. Foto: facebook

Münchens Alt-OB Christian Ude versteht den Volkszorn der Griechen – und warnt vor „vollmundigen Parolen“

 

München - Viele seiner Urlaube hat Alt-OB Christian Ude in Griechenland verbracht – und stets genau hingeschaut:

„Der Absturz der Nea Dimokratia musste kommen, nachdem ihre Sparpolitik vor allem hieß, dass die Oberschicht ihr Kapital ungehindert ins Ausland verfrachten und alle Lasten auf die unteren Einkommensgruppen abladen darf. Europa sollte nicht allzu erregt die Undankbarkeit der Griechen beklagen, denn die ,Hilfen für Griechenland’ nutzte vor allem den eigenen Anlegern, deren hohe Zinserträge die Schuldenberge immer schneller wachsen ließen, und nicht ,den Griechen’.

Beide ehemals großen Parteien, auch die Pasok, können keine lukrativen Staatsaufträge an Spender und keine Pöstchen mehr an Günstlinge verteilen – und sind mit ihrem Latein am Ende.

Der Volkszorn gegen Troika und Altparteien ist verständlich – aber hilft Syriza wirklich? Die Ankündigung, Schulden nicht zurückzahlen zu wollen, hilft sicher nicht bei der Suche nach neuen Darlehensgebern. Und dass die Linkspopulisten mit den Rechtspopulisten zusammengehen, lässt befürchten, dass der Populismus in Griechenland derzeit höher im Kurs steht als jedwede Richtung.

Was hofft man da als Liebhaber von Land und Leuten? Dass alle endlich runter kommen vom hohen Ross, die Troika wie die Wahlsieger. Dass die Realität zur Kenntnis genommen wird, die ökonomische und die soziale. Bloß keine vollmundigen Parolen, die alles noch schwieriger machen!“

 

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