Münchner Airport im Corona-Krisenmodus Flughafen-Chef Jost Lammers: "Ein Ende ist nicht absehbar"

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie heben am Flughafen München in diesen Tagen kaum noch Flugzeuge ab. Foto: Andreas Gebert/dpa

Die Coronavirus-Pandemie hat auch den Flughafen München hart getroffen. Wie jetzt bekannt geworden ist, ist die Anzahl der Passagiere und Flüge deutlich in den Keller gegangen. 

 

München - Die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie haben den Verkehr auf dem Flughafen München völlig einbrechen lassen. In dieser Woche erreiche die Zahl der Starts und Landungen "nicht einmal mehr zehn Prozent des Vorjahresniveaus - das Passagieraufkommen liegt bei rund fünf Prozent", teilte der zweitgrößte Airport Deutschlands am Freitag mit. Dort parkten die Fluggesellschaften mehr als 100 Flugzeuge. Für Rückkehrer nach Deutschland und für wichtige Frachtgüter werde der Betrieb aufrechterhalten.

Lammers: "Nie dagewesene Krise"

"Wir erleben eine in dieser Größenordnung nie da gewesene Krise des weltweiten Luftverkehrs, und ein Ende ist nicht absehbar", sagte Flughafenchef Jost Lammers. Um die bevorstehende längere Durststrecke zu überstehen, spare der Flughafen bei Personal- und Sachkosten. Ganze Bereiche seien geschlossen. Investitionen seien zurückgestellt.

Die Auswirkungen der Corona-Krise sind massiver als die Folgen der Anschläge vom 11. September 2001 oder der weltweiten Finanzkrise von 2008", sagte Lammers. "Deshalb wird es diesmal möglicherweise deutlich länger dauern, bis die Nachfrage wieder auf dem früheren Niveau ist und auch strukturelle Veränderungen im Luftverkehr sind nicht auszuschließen." Langfristig sei er jedoch zuversichtlich für die Branche und für den Flughafen: "Dass der globale Mobilitätsbedarf auf mittlere Sicht steigen und der Luftverkehr deshalb wieder zunehmen wird, steht für mich aber außer Frage."

Flughafen München profitiert von gutem Wirtschaften der letzten jahre

Im vergangenen Jahr war die Zahl der Starts und Landungen auf 417.000 gestiegen, das Passagieraufkommen um vier Prozent auf 47,9 Millionen gewachsen. Der Konzernumsatz stieg auf 1,6 Milliarden, der Gewinn nach Steuern auf 175 Millionen Euro. Finanzchef Thomas Weyer sagte, dieses Rekordergebnis helfe, die Folgen der Pandemie zu überstehen: "Wir profitieren jetzt von der Substanz, die wir durch den erfolgreichen Betrieb unseres Flughafens geschaffen haben."

 

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