Münchens Wahrzeichen Für 18 Millionen: Hofbräuhaus wird umgebaut

Denkmal am Platzl: Seit 1896 befindet sich in den Räumen eine Wirtschaft. Vieles muss renoviert werden. Foto: Martha Schlüter

Das Hofbräuhaus bekommt eine Schönheitskur: Vom Keller bis unters Dach werden in Münchens  Wahrzeichen neue Gasträume erschlossen und die alten mit viel Technik auf Vordermann gebracht

 

München - Es ist das weltweit bekannteste (und am häufigsten besungene) Gebäude Münchens. Das Hofbräuhaus gilt als Inbegriff bayerischer Gasthauskultur. Nach 116 Jahren ist nun Zeit für eine Schönheitskur. Das Hofbräuhaus wird bis unters Dach umgebaut.

18 Millionen Euro will die staatliche Hofbräu-Brauerei dafür ins 11000-Quadratmeter- Areal am Platzl stecken. „Wir wollen alles optisch und technisch auf Vordermann bringen, aber die Gemütlichkeit nicht verlieren“, sagt Brauereichef Michael Möller. 13 Millionen sind seit 1999 geflossen. Weitere fünf Millionen folgen bis 2014. Die AZ erklärt den Umbau.

Fassade:
Mit ihr hat alles angefangen. „1999 wollten wir das Haus chic für das Millennium machen“, sagt Möller. Der Eingang wurde breiter. „Vorher war das Hofbräuhaus eine Festung mit schmalen Türen.“ Überhaupt sind Türen ein Thema: Eine Million Euro stecken in Brandschutztüren. Ein Höhepunkt war 2008 die neue Julius-Status auf dem Dach. Im Krieg war dieser Braugehilfe zerstört und nie ersetzt worden. Zum 850. Stadtgeburtstag spendierte der damalige Finanzminister Erwin Huber den 370 Kilo schweren Bronzebuben.

Schwemme:
Der für die Besucher spürbarste Umbau. Von 2007 bis 2008 waren immer wieder einzelne Teile der Schwemme geschlossen. Boden, Decke, Wände, Küche, die Schänken – alles wurde renoviert. Nach historischem Vorbild kamen an die Wände Täfelungen, die Deckenmalerei wurde restauriert. Hier setzten bis 1896 die Brauer ihr Bier an. Das alte Flair ist geblieben: „Bänke und Tische sind zum Teil hundert Jahre alt“, sagt Hofbräuwirt Wolfgang Sperger. An einem guten Tag schenkt die Familie Sperger heute bis zu 5000 Maß aus.

Bräustüberl:
„Trinkhalle“ hieß der Gastraum im ersten Stock einst. Er wurde völlig saniert und auch gleich umgetauft. Bis zum 19. Jahrhundert war er eine Art Kantine, wo die Brauer ihre Maß tranken. Heute zieht es vor allem Münchner in den Gastraum, der für 1,5 Millionen bis unter die Decke renoviert ist. Das Waldgrün an den Wänden ist weg, und auf den Deckenpaneelen sitzt der Gast jetzt. „Unser Schreiner hat aus der Decke Eckbänke geschnitzt“, sagt Möller.

Erkerzimmer:
Hier stecken 750000 Euro unter der Decke. Das Zimmer mit Blick aufs Platzl ist seit einem Jahr technisch auf dem neuesten Stand. Aus der verspiegelten Decke lässt sich ein Beamer fahren. Ein Mini-Computer in der Wand steuert die Beleuchtung. Hier finden Veranstaltungen oder Seminare statt.

Festsaal:
Der Maibock-Anstich findet hier jedes Jahr, unterm Holzgewölbe wird regelmäßig auch nachmittags getanzt. Genau das Gewölbe ist das Problem: Es kann keine Klimaanlage tragen. Deshalb wird bald eine unsichtbare Belüftung angeschlossen. Entkernt wird auch die Garderobe, der Treppenaufgang soll neu ausgeleuchtet werden.

Münchner Zimmer:
Hier laden die nächsten Millionen rein. Das Parkett hängt durch, in dunklen Nischen stehen die Tische. Die Wände verkleiden hauchdünne Holzschnitte der Altstadt. Sie sollen erhalten werden und in einem hellen Gastraum erstrahlen. „Es hat Charme, aber der Zahn der Zeit nagt hier“, sagt Möller.

Wappensaal:
Zurzeit dient er als Lager, wird nicht bewirtschaftet. Bis spätestens 2014 soll der Raum entkernt werden. Die Wappen werden restauriert und neu arrangiert. Anne Kathrin Koophamel Die Historie des Hauses:

 

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