Münchens Olympia-Bewerbung "Deutschland ist endlich wieder an der Reihe"

Christian Ude blickt optimistisch der Olympia-Emtscheidung entgegen. Foto: dpa

Hier nennt OB Christian Ude drei Gründe, warum er nach der letzten Präsentation in Lausanne daran glaubt, dass Olympia 2018 an München geht

 

AZ: Herr Ude, Sie waren bei der technischen Präsentation der Münchner Olympiabewerbung am Mittwoch dabei. Wie ist die Generalprobe für die finale Vergabe am 6. Juli in Durban gelaufen?

CHRISTIAN UDE: Um ein Resumee unseres Aufenthaltes zu ziehen: Sehr gut! Und das soll nun wirklich keine reklamehafte Darstellung sein.

Wie hat München überzeugt?

Dafür waren drei Punkte ausschlaggebend.

Die wären?

Erstens: Die sportliche Zusammensetzung unserer Präsentationsmannschaft – vom unsportlichen Oberbürgermeister einmal abgesehen. Die Goldmedaillengewinnerinnen Kati Witt und Magdalena Neuner sind echte Sportpersönlichkeiten. Sie haben vom sportbegeisterten Publikum und den überzeugenden Großereignissen in Deutschland erzählt.

Was war Ihre Aufgabe?

Ich habe über die Stadt an sich und den Olympiapark gesprochen. CEO Bernhard Schwank hat übrigens das Konzept mit den zwei Parks in München und Garmisch-Partenkirchen erläutert.

Was war der zweite große Punkt?

Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Paralympische Spiele. Wir haben unter anderem einen Film über Verena Bentele gezeigt.

Die paralympischen Spiele sind auch für Sie persönlich ein wichtiges Thema, oder?

Ich habe immer schon gesagt: Das ist das größte Ereignis was die Integration behinderter Menschen betrifft weltweit – eine einmalige Chance.

Kämen wir zu Punkt drei.

Das sind die bedeutsamen ökonomischen Gesichtspunkte. Die sind uns zum Teil selbst erst jetzt in dieser Deutlichkeit bewusst worden.
BMW-Vorstandsmitglied Ian Robertson war dafür verantwortlich. Er hat eine Schlüsselrolle bei der Präsentation gespielt. Ja, die IOC-Mitglieder haben aufgehorcht, als er gesprochen hat.

Um was ging es konkret?

Zum einen haben wir noch einmal klargestellt, dass 40 Prozent aller Sponsorenmittel für das IOC von den Winterspielen stammen. Die sind nicht etwa der kleine Bruder der Sommerspiele, sondern für sich immens wichtig. Zum anderen haben wir erklärt, dass 50 Prozent aller Sponsorengelder für die internationalen Wintersportverbände aus Deutschland kommen.

Welche Rolle hat gespielt, dass der Bewerbungsgesellschaft noch am Dienstag gelang, das Grundstück am Zielhang der Kandahar für die Spiele zu sichern?

Ich war sehr erleichtert, als mich am Dienstagnachmittag die SMS erreichte, dass die Sache geklärt ist. Das hat uns einige schwierig zu handhabende Nachfragen erspart. Auch Bundespräsident Christian Wulff, der ja auch persönlich mit nach Durban reisen wird, hat gesprochen – per Videobotschaft.
Das kam sehr gut an! Die Unterstützung der Politik in Deutschland ist kein Thema mehr. Auch Innenminister Hans-Peter Friedrich hat bei der Präsentation überzeugt.

Was für Reaktionen haben Sie danach von den IOC-Mitgliedern empfangen?

Positive bis überschwängliche. Ich habe keine einzige negative Stimme gehört. Wobei das noch nichts über das Abstimmungsverhalten in Durban aussagt.

Was sagt Ihr Gefühl?

Ich halte es mit den Worten von DOSB-Präsident Thomas Bach: Deutschland ist 80 Jahre nach den letzten Winterspielen endlich wieder an der Reihe.

 

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