Münchens gefährliche Radwege So gefährlich ist München für Radler wirklich

 

Radl-Hauptstadt München? An vielen Orten in der Stadt fühlt sich das gar nicht so an. Wir zeigen, welche Stellen so richtig nerven - und teilweise extrem gefährlich sind.

München - Da enden Radwege einfach im Nichts und man muss auf der Straße weiterfahren. Oder Radwege sind so schlecht in Schuss, etwa auf der Lindwurmstraße, dass man sich von Wurzeldelle zu Wurzeldelle hangeln muss.

Die AZ-Redaktion zeigt die Stellen, die uns als Radler negativ aufgefallen sind. Weil sie für Radfahrer absurd unpraktisch geplant wurden – oder sogar gefährlich sind.

Ein Weg, der plötzlich verschwindet

Gabelsbergerstraße: Wo erst ein Radweg war, ist auf einmal nur dichter Verkehr.
Gabelsbergerstraße: Wo erst ein Radweg war, ist auf einmal nur dichter Verkehr. Foto: Petra Schramek

Wer an der Gabelsbergerstraße stadteinwärts fährt, kann das auf einem Radweg auf der Fahrbahn tun – jedoch nur bis zur Arcisstraße. Dann hört die Markierung einfach auf und die Radler finden sich plötzlich zwischen schnellem Verkehr und geparkten Autos wieder.

Sieht so logische Planung aus? Wohl nicht.

Die Situation in der Innenstadt

An kaum einem Ort in München sieht man deutlicher, dass es mit der Radl-Hauptstadt nicht ganz so einfach ist wie in der Innenstadt: fehlende Radlwege, Tramschienen, enge Gassen. Hier eine Auswahl der nervigsten Orte:
 

  • Herzog-Heinrich-Straße: Kommt man von der Paul-Heyse-Straße, hört auf Höhe der Pettenkoferstraße plötzlich der Radweg auf. Über den Kaiser-Ludwig-Platz kommt man nur zwischen den schnellfahrenden Autos.
     
  • Schwanthalerstraße: Viele Pkw, Lieferverkehr, Passanten, und die Radlfahrer müssen sich dazwischen durchschlängeln.
     
  • Bayerstraße: Der Fahrradweg auf der Bayerstraße endet am Hauptbahnhof im Nirgendwo. Durch die Baustellen rund um den Hauptbahnhof wird die Situation noch einmal verschärft.
     
  • Maximiliansplatz: Wenn man am Maximiliansplatz nach Norden die Brienner Straße am Platz der Opfer des Nationalsozialismus überquert, ist der Radlweg auch zu Ende und es wird plötzlich sehr eng.
     
  • Elisenstraße: Wer sich vom Westen der Innenstadt nähert, um zum Stachus zu kommen, der hat wenige attraktive Möglichkeiten. Am schnellsten geht es auf der Elisenstraße parallel zum Alten Botanischen Garten. Nur: Einen Fahrradweg gibt es hier nicht, die Autos fahren schnell und dicht an den geparkten Pkw vorbei. Ein Albtraum für Radler.
     
  • Sonnenstraße: An der Kreuzung zur Herzogspitalstraße herrscht trotz Radweg Lebensgefahr durch rechts abbiegende Autofahrer – dort wurde eine Rollstuhlfahrerin († 82) im Juni 2016 von einem Transporter überfahren.
     
  • Lindwurmstraße: Der Weg in Richtung City ist eng, Wurzeln machen die Radwege rissig und gefährlich huggelig.

Giesing: Unter der Brücke wird's haarig

Werinherstraße stadteinwärts: definitiv kein Radl-Genuss.
Werinherstraße stadteinwärts: definitiv kein Radl-Genuss. Foto: Petra Schramek

Eine besonders unangenehme Stelle in Giesing findet man auf der Werinherstraße. Dort, wo die S-Bahn auf einer Brücke über die Fahrbahn geführt wird, hat man nicht an die Radler gedacht. Denn vor und hinter der Brücke gibt es einen Radweg – unter der Brücke aber nicht.

Die Radler sollen auf der Fahrbahn fahren. Besonders ärgerlich: Selbst für Autos ist es hier schon eng und schnell gefahren wird auch.

Wie schlimm die Situation wirklich ist, sehen Sie oben in unserem Video!

 

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