München Untreue: Landrat Schäch entschuldigt sich

Vor Gericht: Ex-Bürgermeister Josef Schäch (l.) und sein Kämmerer Wolfgang Z. Foto: John Schneider

Als Bürgermeister von Wolnzach soll er eigenmächtig Kredite aufgenommen und mit dem Geld der Gemeinde auch private Aschaffungen gemacht haben.

MÜNCHEN Dass er sich außerhalb der Legalität bewegte, ist Josef Schäch (63) klar. Und er bereut dies auch. Der suspendierte Landrat von Pfaffenhofen und frühere Bürgermeister des Marktes Wolnzach steht seit Mittwoch gemeinsam mit seinem ehemaligen Wolnzacher Kämmerer wegen des Vorwurfs der Untreue in fünf Fällen vor dem Münchner Landgericht. Der 63-jährige Josef Schäch und sein 19 Jahre jüngerer Mitangeklagter Wolfgang Z. (42) sollen 2007 und 2008 durch Kredite die Gemeinde weiter ins Minus geführt haben. Laut Anklage sei dabei ein Zinsschaden von 180000 Euro entstanden.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, die in der Haushaltssatzung festgelegte Kredit-Höchstgrenze von drei Millionen Euro missachtet und den Gemeinderat schon seit 1998 nicht über zusätzliche Kredite informiert zu haben. Schäch habe mit dem Kämmerer zudem vereinbart, private Anschaffungen über die Gemeinde zu finanzieren.

Das allerdings streitet Schäch ab. Von Auto, Fernseher und Aktenvernichtung des Kämmerers wie sie in der Anklage stehen, habe er nichts gewusst. Sein Anwalt verlas dazu eine persönliche Erklärung, da der suspendierte Politiker durch die Vorgänge nervlich zu angeschlagen sei, um selber vor Gericht auszusagen. Er gebe den Fehler zu, entschuldige sich auch, betonte aber, dass er sich nie persönlich bereichern wollte. Außerdem wirft er den Ermittlern vor, bei der Errechnung des Schadens für die Marktgemeinde nicht entlastend zu berücksichtigen, dass durch die Investitionen neue Einnahmequellen sprudelten.

Richter Martin Rieder schien skeptisch: „Da waren schon ein paar Schönungen dabei“, meinte er zur Erklärung Schächs. „Sie haben einen Eid geleistet, sich an die Gesetze zu halten. Erinnern Sie sich?“

In früheren Erklärungen hatte Ex-Kämmerer Wolfgang Z. erklärt, Schäch habe von nichts gewusst. Gestern klang das ganz anders: Die entsprechenden Anträge seien von seinem Vorgesetzten Schäch unterzeichnet worden, ließ Wolfgang Z. vor Gericht erklären.

Der Prozess wird fortgesetzt. John Schneider

 

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