München Südring-Ausbau erst 2020

Illustration Foto: Martha Schlüter

MÜNCHEN - Der Lückenschluss am Autobahnring kommt noch später – Tunnel fürs Würmtal möglich

 

Verschnaufpause für Naturschützer und Bewohner im Münchner Süden: Das mit 1,2 Milliarden anberaumte, umstrittene Projekt, den Autobahnsüdring zu schließen, rückt in weite Ferne. Bis 2020 sei mit einer Realisierung nicht zu rechnen, machte Bayerns Innenminister Jochim Herrmann (CSU) jetzt deutlich. Die Schließung des Autobahnrings sei in den kommenden Jahren schlichtweg nicht finanzierbar, sagte der Minister bei einer Veranstaltung des Wirtschafsbeirats Bayern im Bayerischen Hof.

Zudem sei der Südabschnitt des Münchner Autobahnrings im aktuellen Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen nicht enthalten, sagte Herrmann.

Er selbst engagiere sich aber weiterhin für den Ausbau, betonte Herrmann. Der geschlossene Südring würde alle auf München zulaufenden Autobahnen einschließlich der A 95 miteinander verbinden. Eine Wirtschaftsmetropole wie München brauche den geschlossenen Autobahnring auf Dauer, argumentiert der Minister. Das Projekt sei noch „nicht beerdigt“.

Zugleich verwies Herrmann auf eine Machbarkeitsstudie, die bereits 2007 in Auftrag gegeben wurde. Danach sind 95 unterschiedliche Versionen für die Trassenführung erwogen worden. Zwei stadtnahe Varianten, B 1 und B 2, bleiben im Spiel. Beide sehen Tunnel im Würm- und Isartal vor, um die Landschaft zu schützen. Die Varianten sind anfangs identisch: Von Gräfelfing, südlich von Neuried (wo eine Anschlussstelle vorgesehen ist) bis zur Kreuzung mit der Autobahn A 95 westlich von Pullach (wo ein Knoten vorgesehen ist). Dabei ist ein Tunnel unter dem Würmtal zwischen Krailling/Planegg und Neuried vorgesehen. Ab da trennen sich die beiden Varianten: Die Route B 1 führt über Geiselgasteig bis nach Unterhaching. Die Route B 2 über Pullach nach Taufkirchen. Dort sind Tunnel im Bereich von Pullach-Geiselgasteig geplant. Umweltschützer halten beide Varianten für ungeeignet. ah

 

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