München Steht der Kulturstrand vor dem Aus?

Das nennt man wetterfest: Sebastian und Florian trotzen dem Regenwetter am Kulturstrand auf der Corneliusbrücke – natürlich mit Schirm. Foto: Martha Schlüter

MÜNCHEN - Am 6. Mai soll es losgehen mit dem Kulturstrand auf der Corneliusbrücke. Aber die CSU spricht sich gegen die Veranstaltung aus.

 

Geht der Kulturstrand baden? Die Gefahr besteht. Eigentlich sitzen die Urbanauten schon in den Startlöchern. Ab 6. Mai wollen sie auf dem Isarbalkon an der Corneliusbrücke wieder ein kulturelles Strand-Fest steigen lassen – drei Monate lang. Doch die Kritiker des Projekts lassen nicht locker: Jetzt hat die CSU beantragt, dass der Stadtrat gegen die Veranstaltung stimmen soll. Erst am 11. Mai ist das Thema im Ausschuss. Ob die Urbanauten also plangemäß starten können, ist derzeit mehr als ungewiss.

Im CSU-Antrag heißt es: „Im Jahr 2009 wurde der Kulturstrand an der Corneliusbrücke parteiübergreifend mit der Intention genehmigt, dass die Veranstalter für 2010 einen anderen Standort finden müssen.“ Doch die ins Spiel gebrachten Ersatz-Orte wurden von mehreren Behörden abgelehnt. Übrig blieb nur der eine, schon erprobte: die Brücke. „Ich hätte mir das Ganze anders vorgestellt“, sagt der SPD-Fraktionschef Alexander Reissl. „Dass sie auch Orte vorschlagen, die möglich sind.“ Eine Ablehnung als Konsequenz wäre zumindest aus seiner Sicht „nicht unlogisch“.

Die Veranstalter sind beunruhigt: „Mitarbeiter, Künstler und auch die Urbanauten sind derzeit schwer verzweifelt, ob der großen Unsicherheiten, die mit dem diesjährigen Genehmigungsprozess verbunden sind“, heißt es. Die Urbanauten bieten einen Kompromiss an: Sie sind bereit, das Projekt abends eine Stunde früher enden zu lassen, also um 23 Uhr. Dafür würden sie den Kulturstrand gerne verlängern – um zwei bis vier Wochen.

Julia Lenders

 

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