München Sportpromis für München und Garmisch: Olympische Vorboten

Rosi Mittermaier und Christian Neureuther zeigen, wo es noch Baubedarf gibt. Die Ski-WM 2011 soll das Aushängeschild der Bewerbung werden. Foto: dpa

München und Garmisch-Partenkirchen wollen die Winterspiele 2018. Damit’s mit dem Zuschlag klappt, springen Sport-Promis von Rosi Mittermaier bis Georg Hackl in die Bresche.

 

Wie macht man den an? Wie geht das Fenster auf? Und überhaupt?“ Rosi Mittermaier sitzt am Steuer des Mini Cooper und sucht. Ein BMW-Mitarbeiter erklärt Gold-Rosi das Auto. Eine halbe Stunde später rast die 59-Jährige mit flottem Reifen auf der B11 Richtung Garmisch-Partenkirchen.

Die Bewerbungsgesellschaft für Olympia 2018 und Sponsor BMW haben zur Vorstellung des ersten Konzepts für die Winterspiele geladen. Neben dem südkoreanischen Pjöngjang und Annecy in Frankreich bewirbt sich auch München für das Sportspektakel, zusammen mit Garmisch-Partenkirchen. Rosi Mittermaier ist einer der Olympiabotschafter. Als solcher will sie Anhänger für die Bewerbung finden und Kritiker überzeugen. Streit gibt es vor allem in Garmisch, wo der Schneepark sein soll. Einige Grundstücksbesitzer stellen sich stur. Rosi Mittermaier ist aber zuversichtlich: „Die Bauern wollen nur gefragt werden.“

Für die Gold-Rosi ist Olympia eine Leidenschaft. Sie und ihr Mann Christian Neureuther sammeln sogar olympische Fackeln. „Teuer ist das schon, genau wie Olympia an sich“, sagt sie und überholt zwei Autos. Zwischen 2,9 und 3,6 Milliarden Euro könnte das globale Sportfest kosten. „Aber besser, als wenn man das Geld in Kriege pumpt.“ Überhaupt müsse man in Bayern auch mal wieder „Hier!“ schreien, wenn Geld vom Bund verteilt wird.

Wenig später parkt sie vor dem Skistadion in Garmisch-Partenkirchen, wo auch schon die Organisatoren und die anderen Olympiabotschafter warten. Katharina Witt lässt ihre langen dunklen Haare im Wind flattern und lacht in die Kameras, Christian Neureuther spricht von seinem Sohn Felix. Daneben steht breitbeinig Georg Hackl. Er hat die Arme in die Hüften gestemmt, seine Sonnenbrille in die Gesäßtasche geklemmt und beobachtet das Treiben wie ein Trainer seine Mannschaft.

Der Hackl Schorsch ist von der Berchtesgadener Fraktion, er vertritt den Rodelort Schönau am Königssee. Manche sagen, es sei schwierig, ihn als Werbefigur zu haben, weil der Rekord-Rodler zu oft ausspreche, was er denkt. Dann gibt es Momente wie bei der Vorstellung des Rodlerkonzepts. „Wir trainieren die Jugend, um ihnen Sinn zu geben – und damit vielleicht als positives Abfallprodukt mal wieder ein Olympiasieger dabei rauskommt.“ Einen Moment herrscht peinliche Stille, Katharina Witt lächelt gequält. Sie blickt sich um und beginnt zaghaft zu klatschen, weitere steigen ein. Danach geht es zurück nach München.

In der BMW-Welt dann die nächste Präsentation. Christian Ude schwärmt in gedehnten Worten vom Olympiastandort München, greift das Thema Nachhaltigkeit auf. Unter den Zuhörern steht Georg Hackl, in der Hand ein Weißbier. Er ist der einzige Biertrinker. Aber das hat ihn noch nie gestört. Christian Pfaffinger

 

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