München Schranne: Hammer ist am Zug

chon mehrfach in Schieflage geraten: die Schrannenhalle am Rande der Altstadt. Foto: Mike Schmalz

Die Schlacht um das Prestigeobjekt in der City ist entschieden: Ein Gläubiger-Gremium akzeptiert die Hammer AG als Käufer des Erbbaurechts.Zur Zwangsversteigerung kommt es daher nicht

 

MÜNCHEN Showdown hinter verschlossenen Türen: Wenige Tage nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens gegen die Schrannenhalle GmbH & Co. KG hat der vorläufige Gläubigerausschuss die Zukunft des verschuldeten Prestigeobjekts in die Hände des Geschäftsmanns Hans Hammer gelegt. Der Ausschuss genehmigte gestern den im vergangenen Jahr geschlossenen Kaufvertrag über das Erbbaurecht der Schrannenhalle. Damit gibt es auch keinen Grund mehr für die für den 6. Mai angesetzte Zwangsversteigerung.

Für den Schrannenhallen-Gläubiger und aktuellen Mieter, Günter Karl aus Niederbayern, ist das Rennen gelaufen. Im März 2011 endet sein Vertrag. Doch genauso wie Hans Hammer wollte Karl bei der Zwangsversteigerung mitbieten. Ein finanzielles Großunternehmen – der Verkehrswert der Schrannenhalle liegt bei 34 Millionen Euro.

Die Forderungen summieren sich auf bis zu zwölf Millionen

Soviel muss nun die Hammer AG als neuer Eigentümer aufbringen. Hinzu kommt rund eine Million Euro aus den Nachverhandlungen mit dem vorläufigen Gläubigerausschuss, wie Insolvenzverwalter Christian Gerloff berichtet. „Wir haben eine schnelle und wirtschaftlich sinnvolle Lösung gefunden.“ Laut Gerloff geht ein Großteil des Geldes – rund 31 Millionen Euro – in den nächsten Wochen an die Grundbuchgläubiger.

Im nächsten Schritt werden die übrigen Forderungen geprüft und aus der Insolvenzmasse (rund vier Millionen Euro) bedient. Dass dabei einige Gläubiger auf ihren Forderungen sitzen bleiben, steht schon jetzt fest. Laut Gerloff beträgt die Summe aller Forderungen zwischen fünf und zwölf Millionen Euro.

Die Hammer AG steht in Startstellung

Im vorläufigen Gläubigerausschuss waren unter anderem Deutsche Bank und Landeshauptstadt vertreten. Ihr Ziel: Die Zwangsversteigerung und einen daraus drohenden Rechtsstreit verhindern. Gerloff: „Dabei hätte die Immobilie an Wert verloren.“ Nach der Entscheidung für die Hammer AG erledigt sich nun die Zwangsversteigerung. Ein entsprechender Antrag läuft bei Gericht.

Die Hammer AG steht bereits in Startstellung, will in die Schrannenhalle mehr Märkte und gastronomische Angebote bringen: „Wir werden Gespräche mit dem derzeitigen Mieter Herrn Karl führen. Sobald wir den Umbau starten, wird es noch sechs Monate bis zur Wiedereröffnung dauern. Das wird dann 2011 sein.“

Auch Günter Karl meldet sich zu Wort : "Das Insolvenzverfahren, das von uns eingeleitet wurde, sollte an und für sich dazu dienen, aufzuklären, auf welche Art und Weise der Kaufvertrag von der Schrannenhalle GmbH & Co. KG bis hin zu Herrn Hammer entstanden ist." Weiter heißt es: "Es war für uns nicht mehr vorrangig, die Schrannenhalle zu erwerben. Vielmehr sei im Vordergrund gestanden, "durch Forderungsverwertung ein wirtschaftlichpositives Ergebnis zu erzielen."

V. Assmann

 

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