München Riesen Resonanz auf die Babyklappe für Welpen

Der kleine „Lucky Junior“ wurde in den Müll geworfen. Die Welpenklappe soll derartige Schicksale verhindern. Foto: Hansi Trompka

Seit die AZ über Münchens erste Welpenklappe berichtet hat, ist Tierpsychologe Kevin Harris ziemlich beschäftigt. Aber es gibt auch Missverständnisse: „Viele rufen an und wollen Hundebabys nehmen, aber wir haben keine Welpen zu verkaufen", sagt er.

 

MÜNCHEN Die ARD will einen TV-Beitrag drehen, RTL hat angefragt, und das Radio war schon da. Der Tierpsychologe Kevin Harris („Dog Consulting“), der Münchens erste Welpenklappe betreibt, bekommt nach dem AZ-Bericht viele Anfragen. Auch von Menschen, die ihre Hunde loswerden wollen. Damit hatte der gebürtige Ire nicht gerechnet. Die Welpenklappe und die Folgen:

Über 50 Anrufe: Harris weiß inzwischen: Dutzende Münchner suchen eine neue Bleibe für ihre Vierbeiner. Einige verstehen das Konzept Welpenklappe für ungewollte Jungtiere allerdings nicht so recht – und wollen schwer vermittelbare, ausgewachsene Hunde loswerden.

„Das Feedback auf den AZ-Artikel war überwältigend. Ich habe nun jedes Mal Herzklopfen, wenn das Telefon klingelt und es vielleicht um ein Hundeleben geht“, erzählt Harris. Jetzt überlegt der Tierfreund, zusätzlich eine größere Kiste für ältere Hunde zu installieren, weil die Nachfrage so groß ist. „Ich will verhindern, dass sie irgendwo einfach angebunden werden.“

Falscher Alarm: Zweimal ist Harris über die Feiertage zu seiner Hightech-Klappe gestürmt. „Glücklicherweise jeweils Fehlalarm“, sagt er. Am zweiten Weihnachtsfeiertag hatte jemand einen Scherz gemacht und eine Mc-Donalds-Tüte in der Kiste entsorgt. Am Vortag hatte ein Passant den Alarm versehentlich ausgelöst. Die Kiste gibt Harris ein Signal, sobald etwas darin liegt.

Welpenklappe auf Tour: Eine ältere Dame meldete sich am Montag bei „Dog Consulting“ anonym und bestellte die mobile Welpenklappe. Harris: „Ich werde die Klappe in ihre Nähe fahren, dann kommt das Hundebaby in gute Hände, und sie kann es anonym abgeben.“

Kritik: In einem Lokal wird Harris über Weihnachten übel beschimpft: „Die Leute glauben, ich will nur Geld verdienen, und sagen, ich sollte mich für arme Kinder einsetzen, statt für Hunde.“ Harris verlangt kein Geld für die Welpenvermittlung.

Missverständnisse: „Viele rufen an und wollen Hundebabys nehmen, aber wir haben keine Welpen zu verkaufen“, sagt der Tierhelfer und betont, sich viel Zeit bei der Auswahl neuer Herrchen zu nehmen: „Ich prüfe erst, wie sie mit Hunden zurecht kommen.“

Spenden und Zuspruch: Umschläge liegen im Briefkasten, Fußgänger sprechen Harris Mut zu. „Ich will nur das Glück zurück geben, das mir die Hunde täglich vermitteln.“

Christoph Maier

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