München Puerto Giesing: Die Disco-Debatte

Das Stadtmuseum am Jakobsplatz. Foto: Martha Schlüter

Das Puerto Giesing zieht von Giesing ins Stadtmuseum. Der Jakobsplatz als Party-Zone? Diese Pläne spalten die Nachbarschaft.Die AZ hat sich umgehört

 

Die Party-Anhänger des „Puerto Giesing“ haben – zumindest bis Jahresende – eine neue Heimat im Stadtmuseum gefunden. Ab Donnerstag verwandelt sich das Museum in eine Disco-Zone.

Die Nachbarn reagieren unterschiedlich. Remi Campana, Chef der Brasserie „Cameleon“ am Sebastiansplatz gleich nebenan, findet: „So eine Disco gehört doch eher in die Sonnenstraße. Wenn die Besucher dann betrunken sind oder ihnen der Zutritt verwehrt wurde, hoffe ich nur, dass meine Terrasse samt Möbel heil bleibt.“ Einen Mehrwert für das Viertel sieht er nicht. „Discos und Restaurants sind zwei verschiedene Welten“, sagt Campana. Dass sich die Partygänger zu ihm in die Brasserie verirren, hält er für unwahrscheinlich.

Aaron Buck, Sprecher der israelischen Kultusgemeinde, sieht das anders. Er hält es für eine frische Idee. „Ich finde es wichtig, junge Leute an den Jakobsplatz zu bringen“, so Buck. „Vielleicht kommen die Diskobesucher dann auch bei uns im koscheren Restaurant ,Einstein’ vorbei.“

Auch bei abendzeitung.de wird diskutiert. So schreibt der User „Dorfkramer“ über die Puerto-Giesing-Macherin „Zehra Spindler: „Sie muss schon einen guten Draht zur Stadtregierung haben, um stadteigene Räume wie das Stadtmuseum für Partys und Besäufnisse zu bekommen. Die Kohle (20 Euro Eintritt!) fließt irgendwo hin.“ syp

 

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