München Mordversuch: Aus Eifersucht Tür unter Strom gesetzt

Hasan D. (24) ist wegen versuchten Mordes angeklagt. Foto: Torsten Huber

MÜNCHEN - Seine Freundin sollte sterben, weil sie nicht alle Ex-Liebhaber zugegeben hatte: Hasan D. (24) wollte Gabi B. (Name geändert, 25) in eine Stromfalle locken. Jetzt muss er sich vor dem Münchner Landgericht verantworten.

 

Im Umgang mit Frauen hat Hasan D. (24) extrem brutale Methoden: Seine Schwester (20) schlug er und schickte sie zum Jungfern-Test, weil sie nach seiner Ansicht den falschen Freund hatte. Seine Ex-Freundin Gabi B. (25) wollte er in eine Stromfalle locken. Zur Strafe. Sie hatte ihm einige frühere Männer-Bekanntschaften verschwiegen.

Der Lackierer steht nun wegen Mordversuchs vor dem Landgericht München II. Über seine Anwälte Sewarion Kirkitadse und Max-Josef Hösl legt er ein Geständnis ab. Kirkitadse: „Er wollte sie nicht töten. Nur ein bisserl erschrecken.“

8. Februar 2009, kurz nach Mitternacht: Kassiererin Gabi B. ist auf einem Faschingsball. Mit einem Zweitschlüssel öffnete Hasan D. die Wohnung seiner Lebensgefährtin in Holzkirchen. Von der Steckdose aus legte er ein teils abisoliertes Stromkabel an die Innenseite der Wohnzimmertürklinke. Laut Staatsanwalt Matthias Läpple wollte Hasan D., dass sie einen „tödlichen Stromschlag“ bekommt, sobald sie an die Türklinke greift. Zum Glück war die Falle nicht funktionstüchtig, der Stromkreis ist mit einer entsprechenden Schutzsicherung ausgestattet.

Dass die Liebe so endet, hätte sich Hasan D. nie träumen lassen: „Wir wollten eine Familie gründen.“ Gabi B. traf er das erste Mal an einer Supermarkt-Kasse: „Ich habe Brotzeit geholt und mir ihren Namen auf dem Namensschild gemerkt.“ Er suchte auf der Internetplattform „Lokalisten“ nach ihr und landete einen Treffer. Man verabredete sich zum Kaffee. Das war im Juni 2007. „Vor ihr hatte ich keine ernste Beziehung“, so der Angeklagte.

Als das Paar Zukunftspläne schmiedete, wollte er alles über sie wissen. Ende 2008 schrieb jeder die Namen seiner Ex-Lover auf einen Zettel. Zwölf Männer-Namen hatte sie angegeben. Aber ein paar Wochen später fand er im Regal eine längere Liste. Da rastete Hasan D., der selber 38 Frauennamen angegeben hatte, völlig aus. Der Prozess dauert an.

Torsten Huber

 

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