München Mord in Großhadern: Adoptivsohn und Mörder

Tod hinter Efeu: Ujal R. (kl. Foto, im Alter von 10 Jahren) ermordete am Sonntag seine Mutter im gemeinsamen Haus in Großhadern. Foto: Petra Schramek

MÜNCHEN - Blutiges Familiendrama in Großhadern: Ujal R. (20) ersticht seine Mutter (†71) und ruft danach selbst die Polizei. Nachbarn zeigen Mitgefühl mit dem Täter: „Der Junge tut mir sehr, sehr Leid“

 

Sie lag leblos auf dem Boden. Aus den Stichwunden in ihrem Oberkörper strömte das Blut. Nur wenige Minuten später klingelte im Polizeipräsidium München das Notruftelefon. Eine männliche Stimme meldet sich bei den Beamten und erklärt: „Ich habe meine Mutter getötet.“

Die blutige Familientragödie schockiert Großhadern. In der Nacht von Samstag auf Sonntag hat der 20-Jährige Ujal R. gegen 2.15 Uhr seine 71-Jährige Mutter ermordet. Schauplatz der Tragödie war das gemeinsame Zuhause in der Neufriedenheimerstraße.

Der junge Mann, der zum Mörder wurde und nach der Tat selbst die Polizei verständigte, ist der Adoptivsohn seines Mordopfers. Geboren wurde er in Bangladesch und kam als Kleinkind nach München. Nachbarn berichten von zwei weiteren Geschwistern von Ujal R., beides Mädchen, die ebenfalls aus einem Waisenhaus aus Bangladesch stammen sollen und als Adoptivkinder nach München kamen.

Offenbar hatte ein Streit den Mord ausgelöst. Die Tat geschah laut Polizei um 2.15 Uhr. Nachdem Ujal R. die Polizei verständigt hatte, versuchten am Tatort Notärzte, die Frau zu reanimieren – sie konnten ihr Leben jedoch nicht retten. Zu schwerwiegend waren ihre Stichwunden. Zum Motiv von Ujal R. und seiner Mordwaffe machte die Polizei am Sonntag keine Angaben.

Nachbarn der Familie R. sind tief schockiert. Sie beschreiben Ujal R. als „lieben und freundlichen Jungen“. Wenig freundliche Worte verlieren die Anwohner jedoch über Ujals offenbar alleinstehende Mutter. Sie soll sich wenig um ihre Adoptivkinder gekümmert haben. Die beiden erwachsenen Töchter sollen nicht mehr in Großhadern leben, sondern in betreuten Wohneinrichtungen. Abgeschirmt hinter wild wucherndem Efeu, der rund um das Haus wächst, hatten Mutter und Sohn wenig Kontakt zur Außenwelt. „Mir tut der Junge sehr, sehr Leid“, sagt eine Nachbarin.

R. Keck

 

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