München Leere Biergärten und Eisdielen: „Es ist eine Katastrophe“

Nichts los: Beim Regenwetter bleibt nicht nur der Augustiner Biergarten leer Foto: Daniel von Loeper

MÜNCHEN - München leidet unter dem kältestenMaiseit 19 Jahren. Das miese Wetter verdirbt denGastronomen das Geschäft – und auch derSommer soll kühl werden, sagen Meteorologen.

 

„Das Wetter interessiertsich nicht für unserenUmsatz“, seufzt Oggy Fischervom Eiscafe Baci in der Leopoldstraße.„Normalerweiseist der Mai der beste Monat.Momentan kaufen die Leuteaber eher unseren selbstgemachtenKuchen statt Eis.“

Dass der Frühling so langeauf sich warten lässt, habendie Mitarbeiter im Baci nochnie erlebt. „Wir hoffen, dasswenigstens die Sommermonategut werden, damit wirwieder etwas ausgleichen können“,sagt Fischer. Doch auchdie Langzeit-Prognosen sehenwenig freundlich aus

Längst macht sich der mieseMai auch in den Bilanzen derWirte bemerkbar. Denn stattHochbetrieb herrscht Tristessein Biergärten und Eisdielen.

„Für unseren Gartenbetriebist das Wetter eine Katastrophe“,sagt Christian VoglervomAugustiner-Keller. Mit einemWonnemonat hat derMai heuer nichts zu tun. Einkalter Wind bläst durch dieStraßen, Regen peitscht vomHimmel. Bei Temperaturenvon durchschnittlichen zehnGrad setzt der Mai in diesemJahr sogar einen Negativrekord.Zum letzten Mal war es1991 so kühl. Dabei hatte mansich in den vergangenen Jahrenan freundliches Wetter gewöhnt:2008 lag in Münchendie Durchschnittstemperaturnoch bei wohligen 15,8 Gradmit reichlich Sonnenschein.Wie schon im Jahr zuvor.

„Dass der Mai mit 10 GradDurchschnittstemperatur derartkalt wird, passiert statistischgesehen nur alle 200Jahre“, rechnet MeteorologeKarsten Brandt von donnerwetter.de vor. Der kommendeMittwoch könnte sogar einerder kälteste Maitage seit Jahrzehntenwerden, Brandt prognostiziert Maximaltemperaturenvon nur sieben Grad – undauch die Aussichten für diekommenden Wochen sehenbescheiden aus.

Am Pfingstwochenende solles bis zu 20 Grad warm werden,mit hier und da ein wenigSonnenschein – dann wirdes wieder trüb. KarstenBrandt von donnerwetter.deerklärt: „Im Juni wird es schöner,doch im Juli wird es dannschon wieder kühl.“ Der Meteorologefürchtet gar: „Gutmöglich, dass 2010 nach demkalten Winter als ein verkorkstesWetterjahr in die Geschichteeingeht.“

Gibt’s jetzt also bald Glühweinund Lebkuchen im Biergartenstatt einer kühlen Maßunter Kastanien? „So verzweifeltsind wir noch nicht“, sagtAugustiner-Wirt Vogler. „Ändernkann man’s eh nicht undzu tun gibt es immer was.Dann wird eben jetzt die Kücheauf Vordermann gebracht.Und spätestens zur WM istder Garten dann hoffentlichvoll.“ Besserung ist ja immerhinfürs Pfingst-Wochenendeangekündigt. Am bestenschnell den Sonnenspeicherauffüllen, denn der muss eineganze Weile reichen.

VaP, rke

 

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