München Kommunizieren mit den ganz Kleinen: Sprechen Sie Baby?

Da werden Eltern schwach: Der kleine Felix weiß, wie man mit ganz großen Augen um etwas bittet. Foto: Zwergensprache GmbH

München - Am Freitag beginnt die Familienmesse "Babywelt". Eine Expertin erklärt, wie Eltern mit ihrem Kind kommunizieren können – auch wenn der Nachwuchs erst ein halbes Jahr alt ist.

 

Das Baby brüllt. Laut. So laut, dass es weh tut. Fläschchen, Windeln wechseln, auf dem Arm wiegen – nichts hilft. Herrschaftszeiten, was hat das Kind denn bloß?

Solche Situationen erleben Eltern von kleinen Kindern täglich. Und die Frage, was in den Kleinen vorgeht, lässt sich selten schlüssig beantworten. Das kann sich aber ändern. Eine Expertin erklärt auf der Babymesse in der Münchner Event-Arena, wie Eltern und Kleinkinder über Gesten miteinander kommunizieren können, noch ehe der/die Kleine sprechen lernt.

Etwa so: Die ausgestreckte Faust steht für „Milch“, die Hand am Mund für „Hunger“. Steckt der Finger im Mund, will das Baby den Schnuller; so soll’s klappen mit dem Eltern-Kind-Gespräch.

Die Idee dieser Zwergensprache wird immer populärer. Vivian Kaiser propagiert sie auf der Messe. Sie sagt: „Ich wollte wissen, was in seinem Köpfchen vorgeht.“ Sie lebte bei der Geburt ihres Sohnes Maximilian in England. Dort war die Gebärdensprache für Babys – die in den 80ern in den USA aus der Gebärdensprache für Gehörlose entwickelt wurde – schon lange ein Thema. Vivian Kaiser brachte die Methode 2004 mit nach Deutschland.

Seit der Gründung des Zwergensprache-Netzwerkes haben sich in Deutschland, Österreich und der Schweiz 125 Kursleiterinnen mit der Zeichensprache vertraut gemacht, sie geben sie an Eltern und Kitas weiter. Kaiser: „Inzwischen haben auch Logopäden und andere Fachleute die Zwergensprache für ihre Arbeit entdeckt.“

Wann mit Zwergisch beginnen? Sobald das Kind seine Hände gezielt einsetzen kann, rät die Gründerin, denn dann sei es auch in der Lage, Babyzeichen zu formen, um sich mitzuteilen. Meist sei dies ab einem Alter von sechs bis neun Monaten der Fall.

Über www.babyzeichensprache.com lassen sich Kurse finden. „Milch“ und „essen“ seien gute Begriffe für den Anfang. Achtung: Ein Zeichen erst richtig lernen, bevor das nächste eingeführt wird. Kaiser: „Max hat als erstes das Zeichen für ,mehr’ gelernt.“ Von mehr essen bis mehr Bauklötze – mehr ist immer gut. Und wer’s hat, hört auf zu brüllen.

John Schneider

 

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