München Jamins 1000 Schutzengel

Illustration Foto: Martha Schlüter

MÜNCHEN - Der siebenjährige Bub rennt einem Luftballon hinterher quer über die Straße: Dabei wird er von einem Auto erfasst und gegen den Bordstein geschleudert. Jetzt liegt er auf der Intensivstaion.

 

Es war der Albtraum jedes Autofahrers – und der Albtraum jeder Mutter und jeden Vaters: Ohne richtig auf den Verkehr zu achten, lief der kleine Jamin (7) über die Straße. Direkt vor ein Auto. Der Bub überlebte mit schweren Verletzungen.

Jamin war am Sonntagnachmittag bei einem Freund zum Spielen. Sie hielten sich im Vorgarten des Hauses an der Rückertstraße (Isarvorstadt-Ludwigsvorstadt) gleich bei der Theresienwiese auf. Und plötzlich flog der Luftballon der beiden Kinder davon.

Der Wind wehte den Ball auf die gegenüberliegende Straßenseite. Und Jamin rannte hinterher – „ohne beim Überqueren der Straße auf den Verkehr zu achten“, so Polizeisprecher Martin Bury gestern.

Einmal hatte der Bub Glück – er konnte sich den Luftballon wieder schnappen. Aber dann lief er schnell wieder zurück, den Ballon im Arm. Und wieder passte er nicht auf den Verkehr auf.

In diesem Moment waren mehrere Autos auf der Rückertstraße unterwegs. Eines davon, das von einer Münchnerin (30) gesteuert wurde, erfasste Jamin und schleuderte ihn gegen den Randstein.

Der Siebenjährige erlitt schwere Verletzungen. Zunächst diagnostizierte der Notarzt einen Armbruch und diverse Prellungen. Jamin kam in ein Krankenhaus. Und dort stellte sich bei der genaueren Untersuchung heraus, dass er einen Schädelbruch davongetragen hat. „Er liegt zur Beobachtung auf Intensiv, aber er ist bei Bewusstsein und ansprechbar“, so seine Mutter zur AZ. Sie ist überglücklich, dass ihr Sohn den schweren Unfall überlebt hat: „Jamin hatte 1000 Schutzengel.“

Die Polizei prüft jetzt, ob die Autofahrerin an dem Unfall eine Mitschuld trägt – oder ob ihr die vorausfahrenden Autos die Sicht genommen haben. hu

 

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