München erhält den Zuschlag Der X-Games-Park

BMX, Skateboard und Motocross – ab Sommer 2013 messen sich im Olympiapark die besten Extremsportler der Welt. Die Stadt zahlt dafür eine Million Euro – und OB Ude sagt: „Wir gehen ein Risiko ein”

 

MÜNCHEN Gut, gegen Pyeongchang hatte München in Sachen Olympia 2018 keine Chance. Diesmal jedoch ließ man Städte wie Lissabon, Rio de Janeiro oder auch Santagio de Chile hinter sich – und wird Ausrichter der X-Games. X-Games? Es ist die größte internationale Veranstaltung für Actionsportarten – darunter BMX, Motocross und Skateboard. Die Funsportler werden zunächst für die Jahre 2013, 2014 und 2015 im Olympiapark Station machen.


Die AZ zeigt, was auf München zukommt und welche Erwartungen mit dem Event - erstmals ab 27.Juni 2013 – verbunden sind:


Das Event: Live-Übertragung in 192 Länder, etwa 250 Spitzensportler und mindestens 100000 Besucher – München richtet ab dem kommenden Jahr eine Veranstaltung mit hoher Öffentlichkeitswirkung aus. Entsprechend erleichtert zeigte sich Ralph Huber, der Chef des Olympiaparks, über den Zuschlag: „Es ist geschafft. Wir haben eine Bewerbung auf olympischem Niveau abgegeben und sind nun für den Aufwand belohnt worden.” Zwar sei die Veranstaltung kein Ersatz für die gescheiterte Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018, dafür aber ein Event, das Olympischen Spielen der Extremsportarten gleichkommen soll.


Die Sportarten: Insgesamt werden vier Sportarten im Mittelpunkt der X-Games stehen, die es seit 1995 gibt und bisher lediglich in den USA ausgetragen wurden. Zum jetzigen Zeitpunkt steht fest, dass BMX, Skateboard und Motocross im Olympiapark zu sehen sein werden. Was dazu kommt? Bleibt abzuwarten.
Beim BMX selbst werden die Sportler in vier Diszplinen an den Start gehen und mit ihren Fahrrädern zu Tricks ansetzen und Stunts abheben. Nicht anders die Skateboarder. Beide Sportarten werden im Olympiastadion und auf einer Halfpipe im Olympiasee augestragen. Beim Motocross geht es für die Teilnehmer mit ihren Motorrädern in die Olympiahalle.


Die Finanzen: Das Budget für die Extremsportveranstaltung beträgt 3,3 Millionen Euro. Das finanzielle Risiko für die Stadt München beläuft sich laut Oberbürgermeister Christian Ude auf knapp eine Million Euro. Eine Summe, die angesichts der zu erwartenden Zuschauer und Sponsoreneinnahmen durchaus gestemmt werden kann. Bei Ude bleibt dennoch Skepsis: „Wir gehen beim Budget ein gewisses Risiko ein.” Zeitnah soll deshalb der Ticketverkauf gestartet werden, die Preise sollen sich aber in Grenzen halten. Zudem ist eine Übertragung im deutschen Fernsehen geplant. Der US-Sender ESPN verhandelt.


Die Infrastruktur: Medizinische Versorgung, die Anzahl der Hotelbetten und die verkehrsgünstige Ausgangssituation - all diese Faktoren haben letztlich den Ausschlag für München gegeben. Allerdings wird es für die Athleten kein eigens eingerichtetes X-Games-Dorf geben. „Die Stars wie Shaun White werden wohl von ihren Sponsoren untergebracht. Wir werden eine zentrale Anlaufstelle einrichten”, so Seipp.


Die Stars: Shaun White wurde als Skateboarder und Snowboarder zum Millionär. Zu verdanken hat der 25-Jährige seinen Ruhm und sein Vermögen dem amerikanischen Fernsehsender ESPN, der einst die Idee zu den X-Games hatte. Die Veranstaltung für Extremsportlage nutzte Shaun White schließlich als Bühne für seinen Reichtum. Beispielsweise ist er im Besitz einer eigenen Snowboard-Halfpipe, zu der man nur mit einem Hubrschauber gelangt. 2008 hat Shaun White zudem eigenes Videospiel auf den Markt gebracht. 2006 und 2010 wurde der US-Amerikaner Olympiasieger in der Snowboard-Halfpipe. Auch Extremsportler wie Travis Pastrana, Dave Mirra oder Pierre-Luc Gagnon zählen du den Größen der Szene und profitieren von den medienwirksamen X-Games - nun auch in München.


Das Rahmenprogramm: Laut Chris Stiepock, dem Vizepräsidenten der X-Games, soll es an den vier Tagen weit über den Sport hinaus gehen: Live-Konzerte, Fashionshows und Filme sollen die Münchner X-Games zu einem Festival machen. Mit dem Coubertinplatz an der Olympiahalle als zentralem Sammelpunkt. 40 Jahre nach den Olympischen Sommerspielen soll das Event der Extreme den Geist von 1972 wiederbeleben. „Es besteht eine enge Verbindung zwischen Olympia und den X-Games. 300 Millionen Fernsehzuschauer in 192 Ländern können das bestätigen”, sagt Stiepock. Markus Merz

 

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