München Er macht kein Kopfweh: Freispruch für den Föhn

Der Föhn hat auch seine schönen Seiten: Bei gutem Wetter lassen sich dank des Fallwindes aus dem Süden die Alpen besonders gut erkennen. Wie auf diesem Bild. Foto: AP

Ein Münchner Forscher findet in einer neuen Studie heraus: Zwischen Kopfschmerz und dem viel gescholtenen Wetterphänomen gibtes definitiv keinerlei Zusammenhang.

 

MÜNCHEN Es ist im Leben ja immer so: Läuft’s irgendwo nicht so recht, sucht man die Gründe einfach woanders und der Bequemlichkeit wegen lieber nicht bei sich selbst. Da ist auch der Föhn ein gern genommener Sündenbock.

Schmerzt der Kopf, ist wohl einfach das Wetter daran schuld. Der Physiker und Humanbiologe Jürgen Kleinschmidt spricht das Wetter-phänomen jetzt von diesem Vorwurf frei: Einen direkten Zusammenhang zwischen Föhn und Symptomen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Problemen mit dem Blutdruck gibt es laut dem Forscher nämlich gar nicht.

Er untersuchte dafür 1000 Münchner Wetterfühlige. „Wir befragten sie täglich nach ihren Beschwerden. Die waren mal besser, mal schlechter – wobei aber nicht stets die gleichen Personen am meisten litten, sondern immer wieder andere.“ Wer besonders anfällig, nicht gesund oder fit sei, reagiere häufiger mit Kopfschmerzen oder Müdigkeit.

Dabei sei der Föhn doch zuallererst etwas Positives: „Das ist ein von Süden her über die Alpen drückender Fallwind, der besonders in den Frühjahrs- und Herbstmonaten für sehr schönes und warmes Wetter sorgt.“

Fast jeder zweite Deutsche gibt an, wetterfühlig zu sein, heißt es in einer Mitteilung der DAK anlässlich des Europäischen Migräne- und Kopfschmerztages am 12. September. Allerdings sei der Anteil der Frauen unter den Betroffenen weitaus höher als der der Männer.

 

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