München Doppelmörder in Haft - Todesstrafe für LMU-Studenten?

ie Küstenstadt Xiamen im Südosten Chinas: Hier erstach der ehemalige LMU-Student Philipp B. auf offener Straße seine Ex-Freundin und deren Lebenspartner. Foto: imago

Philipp B. soll aus Eifersucht seine Ex-Freundin und ihren Verlobten erstochen haben. Nun ist der ehemalige LMU-Student aus Teisendorf in China verhaftet worden. Droht ihm jetzt die Todesstrafe?

 

XIAMEN/MÜNCHEN Es ist eine tragische unerwiderte Liebe, eine „Amour fou“, die einen ehemaligen Münchner Studenten (32) zu einem grausamen Doppelmörder macht.

Am Abend des 5. Juni ersticht der Teisendorfer Philipp B. seine Ex-Freundin Jennifer M. (†29) und deren Lebenspartner Jörn-Christian H. (†39), mitten auf einer belebten Straße in der chinesischen Küstenstadt Xiamen.

Bekannte von Philipp B. halten Eifersucht als Motiv für sehr wahrscheinlich. Mit einem Messer und einem Hammer tötet Teisendorfer zunächst Jörn-Christian H. Danach ersticht er Jennifer, obwohl die auf Knien um Gnade fleht. Der Ex-LMU-Student löscht eine Familie aus. Das ermordete Paar hatte einen zweijährigen Sohn und wollte in China heiraten.

Knapp zwei Wochen nach der Tat ist Philipp B. nun in Gewahrsam chinesischer Behörden, bestätigt ein Sprecher des Auswärtigem Amts der AZ. Laut chinesischen Medien soll Philipp B. noch am Tatort versucht haben, sich die Arterien aufzuschneiden. Doch der Selbstmordversuch misslang. Droht Philipp B. nun wegen Mordes die Todesstrafe?

Dirk Pleiter, China-Experte von Amnesty International: „Man kann in diesem Fall nicht ausschließen, dass ein Todesurteil verhängt und auch vollzogen wird.“ In den letzten Jahren seien einige Ausländer hingerichtet worden, meist jedoch wegen Drogendelikten.

Philipp B. hatte die Venezolanerin Jennifer während des Sinologie-Studiums an der Ludwig-Maximilians-Universität getroffen. 2005 trennte sich das Paar, was Philipp B. wohl nicht verkraften konnte. Er soll seine Ex-Freundin jahrelang gestalkt haben. R. Keck

 

0 Kommentare