München Bub (13) aus Bayern hält Rede vor den Vereinten Nationen

it Ansprachen kennt sich Felix Finkbeiner (13) aus – das Foto zeigt ihn bei einem Vortrag in Korea. Foto: Finkbeiner

Der Bub aus Pähl am Ammersee hält eine Rede vor der Vollversammlung zur Eröffnung des Internationalen Jahres der Wälder. Er ist Gründer einer Baumschutz-Initiative.

 

MÜNCHEN/NEWYORK Die Adresse „405 East 42nd Street, New York, USA“ ist auch für einen Vollprofi wie Felix Finkbeiner etwas Besonderes. Es ist der Sitz der Vereinten Nationen. Dort wird der Bub aus Pähl (Kreis Weilheim-Schongau) heute in der Vollversammlung sprechen – zur Eröffnung des Jahres der Wälder. Felix ist 13, Gründer der Initiative Plant-for-the-Planet. Sein Ziel: Abermillionen von Bäumen pflanzen zu lassen – fürs Weltklima.

Im Alter von neun Jahren legte Felix los. Auslöser war ein Referat zum Thema Klima. Seitdem hat sich seine Initiative zu einer weltweiten Bewegung entwickelt, hat sich Felix mit Größen wie Al Gore oder Kofi Annan getroffen oder werbewirksam Ministerpräsident Horst Seehofer den Mund zugehalten. Als Zeichen, dass die Zeit des Redens vorbei und die Zeit zum Handeln da ist.

Dank Internet und vieler „Dienstreisen“ des 13-Jährigen gibt es die Initiative jetzt in 91 der 192 UN-Staaten. „Mit E-Mail und Skype habe ich Kontakt zu ganz vielen Kindern auf der Welt. Das ist toll.“

Der Bub will in New York seine Rechnung aufmachen: „Wenn das Weltklima zwei Grad wärmer wird, schmilzt das Eis und der Meeresspiegel steigt um sieben Meter. Damit das nicht passiert, dürfen wir pro Person nur 1,5 Tonnen CO2 ausstoßen.“ Noch sind es bei jedem Deutschen zehn, bei jedem Amerikaner sogar 20 Tonnen im Jahr.

AZ: Hallo Felix, zum wievielten Mal bist Du denn jetzt in New York?

FELIX FINKBEINER: Ich bin jetzt zum dritten Mal in New York, allerdings kann ich mich an das erste Mal nicht mehr erinnern, denn das war, als ich drei war. Im September 2009 haben wir während der Vollversammlung der UNO unsere Kampagne „Stop talking, Start planting“ in New York gestartet.

Wird die Rede vor der UNO die bisher wichtigste Deines Lebens?

Vielleicht, weil die Rede live über das Internet in Facebooks „Stop talking, Start planting“ übertragen wird. Deswegen werden es wahrscheinlich viele Leute sehen. Genauso wichtig sind aber die Vorträge an fünf Schulen, die ich in dieser Woche halte. Das sind mehrere Tausend Schüler, die in New York leben.

Was willst Du denn den Delegierten mit Deinem Vortrag mit auf den Weg geben?

Mein Ziel ist, dass die Erwachsenen endlich handeln. Wir Kinder können das nicht alles alleine schaffen. Wenn die Erwachsenen so weiterleben und sich nicht ändert, zerstören sie die Zukunft von uns Kindern.

Was ist Dein nächster großer Termin nach New York?

Der ist am Montag in der Schule. Ich habe eine Woche Unterricht verpasst und muss einiges nachholen.

Weißt Du auswendig, wie viele Bäume bisher schon im Rahmen Deiner Initiative gepflanzt wurden?

In Deutschland weit über eine Million und weltweit mehrere Millionen.

Und wie viele können es in diesem Jahr noch werden?

Wenn die Erwachsenen uns helfen, könnten wir zehn oder sogar hundert Millionen weltweit schaffen. Int.: R. Huber

 

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