München Aus für die Münchner Welle an der Reichenbachbrücke?

Ein Surfer reitet die "Münchner Welle" an der Reichenbachbrücke Foto: Petra Offermanns

MÜNCHEN - Die Münchner Surfer bangen um "eine der besten innerstädtischen Wellen der Welt": Im Rahmen des letzen Renaturierungsabschnittes der Isar wird die Welle an der Reichenbachbrücke wohl im Herbst verschwinden.

 

Die Surfer sorgen sich um ihre Welle an der Münchner Reichenbachbrücke. Auf der Internet-Seite www.rettet-die-reichenbachwelle.de setzen sich die Sportler für den Erhalt ein und sammeln Unterschriften.

Hier die Pressemitteilung der Initiatoren der Aktion:

War dies das letzte Mal „Keep Surfing“ an der Reichenbachbrücke?

Letztes Wochenende war ein gutes Wochenende für die besten Surfer Münchens.

Der starke Regen in den Bergen hatte den Wasserpegel der Isar so stark anschwellen lassen, dass sich an der Reichenbachbrücke erneut eine der wohl besten innerstädtischen Wellen der Welt formte. Die Welle ist ca. 1.50m hoch und 20m breit, das ist ungefähr die dreifache Breite vom Eisbach. Durch die größere Breite kann man wesentlich länger hin und her fahren kann und die Welle ist auch surftechnisch eine ganz andere Herausforderung, da man ähnlich wie am Meer in die Welle paddeln muss (und nicht an der Seite auf das Brett steigt). Sie wird seit den70ern gesurft und ist der Platz für die absoluten Profis, die sich am Eisbach zu langweilen beginnen.

Ein Video der Welle:

Die Surfer surfen und suften, bis die Arme brannten, in perfekter Harmonie mit den Münchner Kajak-Profis, immer schön abwechselnd. Halb München stand auf der Brücke und schaute dem Spektakel zu.

Es war ein Traum. Doch es war vielleicht das letzte Wochenende, an dem die Welle gesurft wurden konnte. Im Rahmen des letzen Renaturierungsabschnittes der Isar wird diese Welle wohl im Herbst verschwinden bzw. sich nur noch zu sehr hohen Pegelständen innerhalb der Hochwasserstufe 1 formen. Bei diesen Pegelständen ist das Surfen sehr gefährlich und zu Recht verboten.

Um für den Erhalt der Welle und des Isar-Surfens zu kämpfen, haben die Surfer eine Unterschriftenliste ins Netz gestellt (www.rettet-die-reichenbachwelle.de) - nach knapp 2 Wochen haben bereits 1400 Leute unterschrieben. Zur Rettung es Eisbach hatte die IGSM auf gleiche Weise bereits 17.000 Unterschriften gesammelt.

„Wir Surfer sind für die Renaturierung.“ stellt Petra Offermanns, Sprecherin der Interessengemeinschaft der Surfer klar. „ Aber wir sind traurig, dass dadurch bereits viele gut surfbare Wellen auf der Isar verschwunden sind und wünschen wir uns, dass bei allen weiteren Maßnahmen und Nachbesserungsarbeiten die Surfbarkeit als Kriterium mit einbezogen wird und die Schwellen so gestaltet werden, dass ein ganzjähriges Surfen (außerhalb der gefährlichen Hochwasserstufe 1) möglich ist. Dies ist gerade im Zuge der Renaturierung leicht und auf natürliche Weise möglich.“

Die IGSM ist hierzu bereits mit Baureferat, Wasserwirtschaftsamt und Stadtrat in Kontakt, falls ein Erhalt der Reichenbachwelle im Rahmen der Renaturierung unmöglich ist, wünscben sich die Surfer, dass statt dessen Ersatzwellen Wittelsbacherbrücke und/oder Brudermühlbrücke entstehen. Hierzu wurden bereits Vorschläge eingebracht.

Die IGSM weiß, dass das ein kühner Traum ist, aber Oberbürgermeister Ude hatte im Rahmen der Keep Surfing Sondervorführung für ihn, auf das Thema angesprochen, bereits angedeutet, eine Welle auf der offenen Isar erhalten zu wollen. Im Rahmen des Pressetermins am Eisbach hatte er darüber hinaus versprochen: “Jetzt kann sich in der Stadtmitte legal eine Surfkultur entwickeln“.

Die Surfer hoffen, dass dies das Surfen auf der Isar einschliesst.

Der aktuell diskutierte Entwurf der neuen Bade- und Bootsverordnung würde Surfen und Kajakfahren auch bis zur Corneliusbrücke erlauben. Das ist schön, aber nicht hilfreich, wenn die Welle an der Reichenbach nicht mehr existiert.

WARNUNG:

Die Welle an der Reichenbachbrücke ist nur etwas für sehr erfahrene Surfer und Kajaker mit sehr guter Kondition, die speziell dafür trainieren. Ab der Hochwasserstufe 1 ist surfen sehr gefährlich und auch nicht mehr erlaubt. Die IGSM möchte Wellen erhalten/schaffen, die ausserhalb dieses gefährlichen Pegelstandes ohne Gefahr surfbar sind.

Neben der Rettung der Reichenbachwelle setzt sich die IGSM auch für den Erhalt der Anfängerwelle an der FLosslände ein, die in diesem Jahr wenn überhaupt nur am Wochenende vormittags surfbar ist.

 

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