München Aufs Glatteis wagen: Achtung, Einbrüche!

Viele Winterfans sind leichtsinnig. So auch am Seehaus im Englischen Garten: Dort weist zwar ein kleines Schild auf die Lebensgefahr hin – ein Besucher hat das entweder übersehen oder ist einfach nicht zu belehren Foto: Daniel von Loeper / AP

MÜNCHEN - Von der Winteridylle nicht täuschen lassen, bitte: Die Eisschicht ist erst wenige Zentimeter dick und trägt noch nicht. Nur die Eisstockschützen auf dem Nymphenburger Kanal dürfen schon spielen

 

Auch wenn überall in der Stadt Schnee liegt und die Temperaturen im Keller sind – auf die zugefrorenen Seen sollte man sich noch nicht wagen, die Eisschicht ist erst wenige Zentimeter dick und trägt nicht.

Obwohl die Eisstockschützen am Nymphenburger Kanal bereits trainieren, sollte man sich nicht von der Winteridylle täuschen lassen. Am Fasaneriesee beispielsweise hat die Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft gestern um 13 Uhr die Eisdecke gemessen. „Sie ist erst zwischen drei und vier Zentimeter stark“, betont Sprecher Michael Förster. Zu dünn, um sich schon darauf zu wagen.

An den anderen Seen im Stadtgebiet sieht es nicht besser aus. Der Kleinhesselohersee im Englischen Garten war bereits vorübergehend zugefroren, bis vor Weihnachten Tauwetter einsetzte. Der Frost der letzten Tage lässt die Eisschicht zwar wieder wachsen. Sicher ist sie noch nicht.

Das gilt auch für den See im Westpark, Regattasee, Riemer See, Ostparksee, Lerchenauer See, Feldmochinger See, Luß-, Langwieder- und Birkensee, Hinterbrühler See, den See im Zamilapark und den Schwabinger See im Wohngebiet Berliner Straße. „Keiner der Münchner Seen ist derzeit freigegeben“, warnt das zuständige Baureferat. Auch wenn der Dauerfrost anhält, wird sich bis Ende des Jahres nichts daran ändern, sagt ein Sprecher der Grünanlagenaufsicht.

Im Umland sieht es für Eissportfans nicht besser aus. Am Starnberger See bildet sich zumindest im Bereich Seeshaupt eine dünne Eisdecke. Wörthsee, Schliersee, Tegernsee sind noch offen.

Knackt es, wenn man das Eis betritt, sollte man vorsichtig sein. „Vor allem im Bereich der Zu- und Abflüsse, sowie an Bauwerken wie Stegen und Brückenpfeilern sollte man aufpassen“, rät Rudolf Brettner, Technischer Leiter der Wasserwacht München. Erst ab einer Eisstärke von 15 Zentimetern werden zugefrorene Seen freigegeben. Ralph Hub

 

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